Fabian oder Der Gang vor die Hunde - Berliner Ensemble
Schlachthaus der Triebe
Mittagsstunde - Thalia Theater Hamburg
Das Leben hinterm Rücken
von Katrin Ullmann
Hamburg, 12. Juni 2021. Grinsend kaut sie die saure Schlange zu Ende, dann erst singt sie los. Singt von den weißen Wolken und den Träumen, vom Abendwind, von Tränen und natürlich von der Liebe. Wie ein Kind steht sie da. Die papierne Schnuckertüte in der einen Hand, das Mikro in der anderen. Ihre selbst gemalten Wimpern enden als dicke Striche überm Augenlid, im wuscheligen Haar hängt eine verrutschte Tüllschleife. Breitbeinig und barfuß steht sie da und singt – nichts ahnend von der Welt – einen Schlager nach dem anderen. Die ganze Bühne gehört ihr. Sie, das ist Marret Feddersen, das ist der "Stern von Brinkebüll". Großartig spielt Cathérine Seifert diese eigenwillige Frau aus Dörte Hansens Zeitenwenderoman Mittagsstunde, den Anna-Sophie Mahler für die Bühne adaptiert und am Thalia Theater inszeniert hat.
Der endlose Sommer - Schauspiel Köln
Nur Eitelkeit auf Erden
von Kai Bremer
Köln, online 12. Juni 2021. Am Schauspielhaus Köln ging gestern Lucia Bihlers Inszenierung von Madame Nielsens "Der endlose Sommer" online. Der Abend wurde auf der Homepage als "visuelles Hörbuch" angekündigt, wodurch zwar irgendwie klar war, dass hier keine weitere brave Dramatisierung eines Romans zu erwarten war. Aber es stand doch die Frage im Raum, ob diese Bezeichnung einen programmatischen Kern hat.
Trilogie der Sommerfrische - Staatsschauspiel Dresden
Volle Pulle mit Liebesperlen
von Tobias Prüwer
Dresden, 11. Juni 2021. Pinkfarbene Plastikwürste hängen vom Himmel. Auf einer reitet Zofe Brigida und singt zusammen mit dem am Boden stehenden Lover Paolo ein hinreißendes Italo-Pop-Ständchen. Innige Schmacht und schamlose Ironie vereinen sich zum schönsten Moment, der den Dresdner Abend in einer Szene zusammenfasst. "Pure Vernunft darf niemals siegen", sangen einst Tocotronic. Die "Triologie der Sommerfrische" beweist die Richtigkeit der These. Regisseur Rafael Sanchez runderneuert das 260 Jahre alte Drama zum quietschbunten Fest des Theaters.
Regie: Pınar Karabulut
Regie: Ersan Mondtag
Regie: Helgard Haug, Stefan Kaegi, Daniel Wetzel
Regie: Markus Dietze
Regie: Christoph Marthaler
Regie: Roger Vontobel
Regie: Nele Lindemann / Fabian Groß
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