Der Carpenter Effekt - Auf Kampnagel in Hamburg erfüllen sich Mónica Antezana und Jochen Roller den Traum vom Musical unter prekären Bedingungen
Ein hartes Brot
Plattform - Stephan Kimmig zeigt einen großartigen Steven Scharf an den Münchner Kammerspielen im Houellebeqc'schen Schamlosigkeitsgewerbe
Im Kopfkino der Obsessionen
von Sabine Leucht
München, 30. April 2013. Zum Schlussapplaus nimmt Stephan Kimmig Steven Scharf in die Arme – und da schaudert es einen ein wenig, denn gerade noch war dieser Schauspieler so tief in die Selbstverachtung hinabgestiegen, in den Ekel vor seinem nicht marktkompatiblen Fleisch; und hoffentlich auch ein wenig vor seiner Fixiertheit auf die "willigen, geschmeidigen und muskulösen Mösen" der Thailänderinnen. Berührbar schien dieser Michel mit der Nerdbrille und der an der Grenze zum Überschnappen kratzenden Stimme nur für seine Geliebte Valérie. Aber die ist schon in Michel Houellebecqs Roman eine absonderliche Kreatur. Und das will was heißen.
König Ubu - Viktor Bodó inszeniert Alfred Jarry in Heidelberg im Geist der "Nackte Kanone"-Filme
Lern Deutsch, Du osteuropäischer Koproduktionsaffe!
von Stefan Keim
Heidelberg, 27. April 2013. Ein Flugzeug stürzt ab. Zombiestewardessen tanzen mit blutigen Köpfen ihr Sicherheitshinweise-Ballett zu Carl Orffs "Carmina Burana". König Ubu sagt sein berühmtes "Schreiße", zieht sich die Hose runter, klettert auf eine Tonne und produziert mit wilden Durchfallgeräuschen vom Band Exkremente. Damit veredelt er die Pampe, die seine Gattin als Mahlzeit produziert. Es sind erst ein paar Minuten vergangen in Viktor Bodós Inszenierung der wilden Farce "König Ubu" in Heidelberg. Krasse Bilder und durchgeknallter Slapstick prasseln auf das Publikum ein.
Wastwater - Ulrich Matthes inszeniert seine Kollegen vom Deutschen Theater Berlin in Simon Stephens' Erfolgsstück
In der Schablonenfabrik
von Eva Biringer
Berlin, 27. April 2013. Im metaphorischen Sinn ist der Flughafen ein Platzhalter für die Unbehaustheit des modernen Menschen. Die Schauplätze von "Wastwater", dem vielfach ausgezeichneten Drama des britischen Autors Simon Stephens, liegen in unmittelbarer Nähe eines solchen "Nicht-Ortes" (in den Worten des Anthropologen Marc Augé): ein Hotelzimmer, eine Obstwiese und ein Lagerhaus in der Flughafenperipherie. Florian Lösches Bühne ist eine schräg abfallende Startrampe oder Landebahn, je nachdem. Eiskalte Neonröhren sind oft die einzige Lichtquelle. Wenn sie hektisch flackern, donnern Flugzeuge über die Bühne hinweg und erinnern die Menschen unter sich an ihr transitorisches Dasein.
Regie: Patrick Wengenroth
Regie: Christoph Marthaler
Regie: Markus Bothe
Regie: Juliane von Sivers
Regie: Christopher Rüping
Regie: Stephan Bruckmeier
Regie: Robert Wilson
Regie: Anna Drescher, Jan Koslowski, Sebastian Martin, Sarah Schmid
Regie: Tom Kühnel / Jürgen Kuttner
Seite 131 von 197
meldungen >
- 20. April 2026 Kleist-Preis an Thomas Melle
- 17. April 2026 Kunststiftung Sachsen-Anhalt warnt vor nationalistischer Kulturpolitik
- 16. April 2026 Göttingen: Schauspielerin Thyra Uhde gestorben
- 16. April 2026 Salzburg: Ex-Festspielpräsident Heinrich Wiesmüller gestorben
- 16. April 2026 Konstanz: Intendantin Karin Becker verlängert
- 15. April 2026 Preisjurys der Mülheimer Theatertage 2026
neueste kommentare >
-
Burn, Baby, Burn!, Hannover Hingehen
-
Moskitos, Karlsruhe Kritiker gesucht
-
Süßer Vogel Jugend, Frankfurt Schauspielarrangement
-
Nach dem Leben, Nürnberg Ein Highlight
-
Deutsche Märchen, Leipzig Erfolgssträhne
-
Hermann Nitsch Danke
-
Deutsche Märchen, Leipzig Doppelerfolg
-
Thyra Uhde Tiefstes Mitgefühl
-
Wokey Wokey, München Virtiosität schlägt Inhalt
-
Frauenliebe und - sterben, Hamburg Leichte Irritation




