Podcast - Über Versuche der Theater, mit Denkern von Rechtsaußen ins Gespräch zu kommen
Bitte keine Ästhetisierung von Rechts
Dieser Beitrag ist Teil des nachtkriktik.de-Archivs. Er entspricht Layout und technischem Stand vor November 2021.
Das Herz schlägt links: Botschaften der Theater in Stuttgart und Hamburg © chr
Ein Podcast in Zusammenarbeit mit Deutschlandradio Kultur. Das Gespräch wird in einer gekürzten Version in der Sendung "Rang 1" am 25. März 2017 ab 14:05 Uhr auf Deutschlandradio Kultur zu hören sein.

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Als erstes würde ich gern wissen, wie der genau ausgesprochen wird, und ob im Altgriechischen und Neugirechisch gleich oder unterschiedlich als eher stimmloses "th" oder stimmhaftes "t(eta)"? Und ob eindeutig "i" oder eher das "i" als mit einem Anklang von Ypsilon gesprochen wird dabei??
Dann würde ich gern wissen, ob jemanden bekannt ist, dass der Begriff zu irgendeiner Zeit nicht nur als "Zorn", sondern explizit als "Volkszorn" benutzt wurde??
Wann und wo genau?? -
Danke, es ist wirklich schwer, irgendwelchen Theorien zu folgen oder erst recht, sie kritisieren im Sinne von eher befürworten oder ihnen eher widersprechen zu wollen, wenn diese Sprachdinge vorab immer nicht geklärt sind. Schon in den Theorien nicht so recht. Ich weiß auch nicht, warum das so sein muss offenbar... Manchmal habe ich den Verdacht genau auf diese Art des Begriff-Einsatzes "Blasen" erst entstehen. Wie unsere Diskurse sich in "Blasen" einkapseln, hat ja einst Sloterdijk ausufernd beschrieben, er hätte sich bestimmt damals nicht träumen lassen, dass wir zwanzig Jahre später mit dem Begriff "Blase", wenn wir uns in unserer intellektuellen Vereinzelung diskreditieren möchten, so freigiebig umgehen, dass er heutzutage schon wie eine Art Gassenhauer von Hinz und Kunz benutzt wird...
Am 26.03.2017 22:28, schrieb (xy):
> Liebe (xy),
>
> thymós (laut Erasmus auch so gesprochen, aber keiner weiß Genaues) ist der dynamische Teil des Gemüts, die innere strebende ,Energie', der Antrieb, der stürmisch werden kann, aber immer im Individuum, nicht im Kollektiv, so weit ich weiß. Kommt häufig bei Homer und in der Lyrik vor. In Wikipedia (habe gerade nachgeschaut) findest Du auch einiges, in der englischen noch mehr als in der deutschen, auch zum sozialen Aspekt des Begriffs, mir neu, in der Philosophie.
> Ich hoffe, das hilft Dir weiter, und grüße Dich herzlich.
> (xy)
Lieber (xy),
danke für Deine Mühe - das kenne ich natürlich auch - "thymos", Akz. auf o. Das ist im Moment das Problem. Dass es eigentlich "timos" für "Zorn" gibt und "thymos" - jedenfalls nur als "thymus" gibt, was ja Thymian (vulgaris) meint oder auch die Brustdrüse, die endokrinologisch gesehen in der Tat für die Mittlerfunktion zwischen Intellekt und Gemütsverfassung steht. Dein Hinweis auf Erasmus ist sehr wertvoll - und auch Dein Hinweis auf die Energie des EINZELNEN, nicht auf eine Kollektivkraft - Vielen Dank!! Das bedeutete, dass Erasmus, von dem wir wissen, dass er ein recht eigenwilliges, kreatives Umgehen mit den Altsprachen pflegte, was ihn sehr inspiriert hat, eventuell das g e s p r ochene
th (wie bei theos (Akzent unter o, gesenkt) einzudeutschen wie wir noch heute tun. Obwohl z.B. im Neugrieechischen auf das "th" kein y, sondern ein i folgt. Es wird demzufolge spätestens bei Erasmus eine Vermischung der Begriffe für - wie Du sagst, den "dynamischen Teil des Gemütes" und dem "Zorn" stattgefunden haben... Und die Philosophie, die neuere, nimmt das einfach von Ersamus hin und geht damit unkritisch um?- Vielen Dank, Du hast mir sehr geholfen.
LG - (xy)