Medienschau: Frankfurter Rundschau – Ferdinand Schmalz im Interview
Gänsehaut-Test
Gänsehaut-Test
10. September 2025. "Ich versuche immer, etwas Unmögliches zu verlangen", sagt Autor Ferdinand Schmalz im Interview mit der Frankfurter Rundschau.
Anlass für das Gespräch mit FR-Theaterredakteurin Judith von Sternburg ist die Uraufführung des "Grusicals“, also eines Schauspiels mit Musik, "Sanatorium zur Gänsehaut" in der Regie von Jan Bosse in Frankfurt.
Zu den besagte Unmöglichkeiten gehört der Vorschlag, Publikum und Bühne mit einer "Goose-Cam" zu verbinden: also einem Messgerät für Gänsehaut-Momente. Schmalz sagt dazu: "Wenn man einer Testperson einen Werbespot zeigt und der geht besonders rein, dann kriegt sie eine Gänsehaut, die von der Kamera aufgenommen wird. Eine Art Lügendetektortest. Spannenderweise nimmt Gänsehaut übrigens im Alter ab. Als junger Mensch kann man über Stunden Gänsehaut haben, später werden die Episoden immer kürzer."
Ein Glaubensbekenntnis fürs Theater legt Schmalz auch ab: "In politisch aufgeladenen Zeiten wie unseren wird vom Theater immer auch gefordert einzugreifen und Antworten zu liefern. Aber da bewahrheitet sich der Spruch, dass es für jede komplizierte Frage eine einfache Antwort gibt, die falsch ist. Ich denke, das Theater kann uns zwar vielleicht nicht die Antworten liefern, aber es kann uns die Angst vor der Komplexität nehmen, weil es immer multiperspektivisch funktioniert. Da müssen auf der Bühne schon fünf, sechs Leute, hinter der Bühne nochmal 20 und im Zuschauerraum ein paar 100 zusammenkommen, damit überhaupt ein Theaterabend entsteht. Und da gibt es auf jeden Fall immer zu jeder einfachen Wahrheit, die auf der Bühne ausgesprochen wird, die unterschiedlichsten Perspektiven."
Mehr dazu am Kiosk oder hinter Paywall in der Frankfurter Rundschau.
(fr.de / chr)
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