Medienschau: MDR – Eisleben verabschiedet Intendant Ulrich Fischer nach 31 Jahren

Ruhig bleiben, Haltung zeigen

Ruhig bleiben, Haltung zeigen

26. Juni 2025. Am Wochenende ist der Intendant des Theaters Eisleben, Ulrich Fischer, in den Ruhestand verabschiedet worden. Im MDR widmet Matthias Schmidt ihm ein Porträt.

Seit 1986 war Ulrich Fischer am Theater Eisleben tätig, zuächst als Dramaturg. Damals war Eisleben noch DDR, und das Theater hieß "Thomas-Müntzer-Theater". Seit 1994 hat Fischer es geleitet und mehrfach vor der Schließung bewahrt, berichtet Matthias Schmidt. "Vorhang für Ulrich Fischer" heißt die Fest-Festveranstaltung, mit der sich das Theater, die Lutherstadt Eisleben, der Landkreis Mansfeld-Südharz und vor allem das Publikum von ihrem Intendanten verabschieden. "Sogar ein Grußwort des Landes-Kulturministers Rainer Robra wird per Video zugespielt – was sehr gut, aber nicht selbstverständlich ist. War es doch einer seiner Vorgänger, Stephan Dorgerloh, der im Jahr 2013 beschloss, das Theater müsse geschlossen werden."

"Fischer schaffte es, das tatsächlich immer kleiner gesparte Theater zu erhalten und zu etablieren in einer schrumpfenden Theaterlandschaft. Wie viele Ensemblemitglieder braucht man, um nicht nur Theater im Klassenzimmer und Weihnachtsmärchen zu inszenieren, sondern auch mal eine "Dreigroschenoper", einen "Faust"? Wieviel Mut braucht es, um in Eisleben Ungewohntes, Unerwartetes auf die Bühne zu stellen? 'Fahrenheit 451' von Ray Bradbury, Texte von Václav Havel und Samuel Beckett? ... Wie soll man mit den politischen Veränderungen in einer Region umgehen, für die sich viele überregionale Medien nur dann interessieren, wenn die AfD schon wieder zugelegt hat?" "Ruhig bleiben, Haltung zeigen, wieder ruhig bleiben. Mit Menschen sprechen, sie einladen. Und 'nebenbei' Theater machen," fasst Schmidt Fischers Methode zusammen.

(MDR / sle)

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