Medienschau: New York Times, taz – Zur umstrittenen Hamburger Opernhaus-Spende 

Fünfeinhalb Opernhäuser pro Jahr

Fünfeinhalb Opernhäuser pro Jahr

24. Juli 2025. Sowohl internationale als auch deutsche Medien greifen die Kritik an Klaus-Michael Kühne auf. Der reichste Mann Deutschlands will Hamburg ein neues Opernhaus schenken, wie im Februar bekannt gegeben wurde.

Die Speditionsfirma Kühne+Nagel (drittgrößtes Speditionsunternehmen der Welt), der Kühne sein exorbitantes Vermögen verdankt, kollaborierte allerdings erwiesenermaßen mit den Nazis und war für Transporte beschlagnamter jüdischer Hausstände in Frankreich verantwortlich, wie Historiker Wolfgang Dressen und Journalist Henning Bleyl 2015 entdeckten. Sie wurde zum "NS-Musterbetrieb", nachdem Klaus-Michael Kühnes Vater und Onkel das Unternehmen 1932 übernahmen und ihren dritten Partner Adolf Maass, der jüdischer Abstammung war, dazu zwangen das Unternehmen ohne Abfindung zu verlassen. Klaus-Michael Kühne weigert sich, die Nazi-Vergangenheit seines Familienunternehmens aufzuarbeiten.

In der New York Times holt Thomas Rogers in die Geschichte von Kühne+Nagel aus. In der taz beschreibt Karl-Martin Hentschel, wie Klaus-Michael Kühnes Vater sich nach dem Krieg geschickt "denazifieren" ließ und weist darauf hin, dass Kühne seinen Firmen- und Wohnsitz seit Jahrzehnten in der Schweiz hat und in Deutschland also keinen Cent Steuern zahlt. "Herr Kühne schenkt nun ein Opernhaus für 300 Millionen Euro. Großzügig? Rechnen wir nach: Würde er Abgaben bezahlen wie jeder normale Arbeitnehmer, wären das 1,7 Milliarden Euro jährlich. Das wären also fünfeinhalb Opernhäuser – jedes Jahr!"

(sd) 

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