Medienschau: Süddeutsche Zeitung – Ersan Mondtag im Interview

"Theater ist kein Safe Space"

"Theater ist kein Safe Space"

06. Februar 2026. Anlässlich der Premiere von Albert Ostermaiers "Munich Machine" am Münchner Residenztheater spricht Regisseur Ersan Mondtag mit der Süddeutschen Zeitung. 

"Theater sind Bahnhöfe für Künstler", schickt er gleich vorweg. "Wir kommen, wir gehen, wir sind ja gewissermaßen Wanderhuren."

Im Interview mit Christiane Lutz spricht Mondtag unter anderem darüber, wie sich die Stadt gewandelt hat, seit er vor acht Jahren zum letzten Mal dort inszeniert hat. 

Außerdem gibt Mondtag zu, früher mit Hybris auf die Arbeit am Theater geschaut zu haben, heute sei er demütiger: "Wenn 400 Personen in einem Betrieb beschäftigt sind, kommt man nicht einfach rein und sagt: Jetzt mache ich, was ich will. Man arbeitet ja mit Menschen. Es gibt Regeln, Pausenzeiten, Beleuchtungszeiten. Innerhalb dieser Strukturen musst du kreativ sein. Das war für mich eine Herausforderung, ich habe das als kunstfeindlich wahrgenommen."

Mondtag plädiert schließlich für das Theater als einen Ort der Freiheit: "Und damit meine ich auch der Denkfreiheit. Ich habe in den vergangenen Jahren beobachtet, dass sich eine Verunsicherung darüber breitmacht, wie man über Dinge sprechen darf, vor allem in den Probenprozessen. Ein Probenprozess ist ein heiliger Raum, nichts für die Öffentlichkeit."

Mondtag wolle auf der Bühne keine Verbote, das Theater müsse sich trauen, auch "das Unbequeme und das Unsagbare" zu sagen: "Theater ist kein Safe Space. Die Bühne ist ein gefährlicher Raum, und sie muss gefährlich bleiben."

(SZ (€) / vk) 

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