Medienschau: Süddeutsche Zeitung – Krise beim Hamburg Ballett eskaliert

Verschobene Premiere 

Verschobene Premiere 

30. Mai 2025. Anfang Mai wurden die Vorwürfe gegen Demis Volpis bekannt, den Nachfolger von John Neumeier beim Hamburg Ballett. Jetzt wurde die für den 6. Juli geplante Premiere verschoben. Die Süddeutsche Zeitung resümiert den Fall. 

Kurz nach der Bekanntgabe der Vorwürfe, machten auch Tänzer der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf, Volpis vorheriger Station als Intendant, ihren Ärger über den Ex-Chef öffentlich, schreibt Peter Laudenbach in der Süddeutschen Zeitung (30.5.2025). Die Krise zeige jetzt erste Folgen: "Am Mittwoch hat Volpi seine für den 6. Juli geplante Uraufführung 'Demian' abgesagt und die Premiere auf den Dezember verschoben. (...) Man kann sich die von gegenseitigem Misstrauen geprägte Atmosphäre im Probensaal vorstellen."

Jetzt unternehme die Hamburger Kulturverwaltung mit einer anonymen Befragung der Tänzer zu ihrer Arbeitssituation eine "Gefährdungsbeurteilung", wie das im Arbeitsrecht heißt. "Das ist eigentlich ein Routinevorgang, in Hamburg wurde er jetzt zeitlich deutlich vorgezogen." So wirke die Befragung wie ein Signal, dass man in der Politik die Klagen der Tänzer ernst nimmt und gleichzeitig fair mit allen Beteiligten, auch mit Volpi, umgehen will.

Und: "Ob die eingeschaltete Mediatorin die Krise lösen kann, ob es sich jetzt rächt, dass der Übergang von der langen, strahlenden Ära von Volpis Vorgänger John Neumeier zum neuen Intendanten nicht mit Führungskräfte-Coachings begleitet worden ist, ja, ob Volpi als Intendant zu halten sein wird, ist derzeit völlig offen."

(sueddeutsche.de / sik)

 

 

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