Medienschau: taz – Schockmomente auf der Bühne

Wie Kunst auf dem Körper wirkt

Wie Kunst auf dem Körper wirkt

5. August 2025. Kunstblut fließt auf der Bühne – und Menschen fallen im Theater in Ohnmacht. Wieso eigentlich? Der Frage ist Barbara Behrendt in der taz nachgegangen und hat unter anderem mit dem Neuropsychologen Eugen Wassiliwizky gesprochen.

Bei einem der Gastspiele von Milo Raus "Medea's Kinderen" im April an der Berliner Schaubühne zum Beispiel übergab sich ein junger Mann, einem anderen sackten die Beine ein. "Doch warum streikt unser Körper, wenn sein hochentwickeltes Gehirn ihm doch klar sagen kann: Das ist Kunstblut! Niemand wird verletzt?", fragt Barbara Behrendt in der taz (5.8.2025) und hat dafür mit dem Neuropsychologe Eugen Wassiliwizky gesprochen, der am Institut für empirische Ästhetik in Frankfurt forscht, wie sich Kunst auf den Körper auswirkt. "Der Mensch, sagt er, produziert seit fast 100.000 Jahren Kunst – aber die Region, die Kunst im Gehirn anspricht, ist viel älter."

Auch gebe es kein Extra-Modul für die Kunst-Emotion. „Das heißt, die Emotionen, die wir erleben, sind keine Quasi-Emotionen, sondern reale Emotionen.“ Und wenn die Vereinbarung, so Wassiliwizky, dass Theater ein Safe Space ist, kippt, "wenn reale Verletzungen sichtbar werden, wie etwa in den Inszenierungen der Extrem-Performerin Florentina Holzinger, führt das noch leichter zu körperlicher Überforderung." 

Wassiliwizky wird im Text auch damit zitiert, dass wir gerne intensive Erfahrungen machen. Deshalb "spielen Künst­le­r:in­nen so gern mit negativen Emotionen wie Angst und Ekel, statt mit überschäumender Freude".

(taz.de / sik) 

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