Presseschau vom 30. April 2015 – Mülheim-Jurorin Christine Wahl stellt im Tagesspiegel der Gegenwartsdramatik ein Gütesiegel aus
Politisch und mit hoher Diskursfitness
Politisch und mit hoher Diskursfitness
Berlin, 30. April 2015. Der hohen Anteil an neuen Stücken in der diesjährigen Auswahl des Berliner Theatertreffens ist Christine Wahl vom Tagesspiegel (30.4.2015) Anlass für ein Loblied auf die deutschsprachige Gegenwartsdramatik und ihre Welthaltigkeit. Die Kritikerin und derzeitige Auswahljurorin des Mülheimer Dramatikerpreises (der wichtigsten Auszeichnung für neue Dramatik im deutschsprachigen Raum) kann eine Wendung ins Private, die der neuen Bühnenliteratur so oft (klischeehaft?) attestiert wird, in den aktuellen Stücken nicht erkennen.
"Gut möglich, dass der globale Krisen-Status-quo verstärkt (dramatische) Existenzen hervorbringt, für die das Private notgedrungen auf eine unmittelbarere Art politisch ist, als ihnen lieb sein kann", schreibt Wahl. Dokumentarische Rechercheprojekte wie "Common Ground", die "Weltgeschichte auf der Bühne in konkreten Darstellerbiografien spiegeln", hätten Konjunktur. In den "im engeren Sinne fiktionalen dramatischen Neuerscheinungen" stünden "Flüchtlingsdramen, der NSU oder realkapitalistische Systemanalysen auf der Agenda der Stückeschreiber". Und "Gegenwartsdramatiker reflektieren derzeit mit hoher Diskursfitness, wie man Bürgerkriege oder Flüchtlingsdramen überhaupt auf die Bühne bringen kann", lautet der Befund.
(chr)
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