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DT Berlin: Geschäftsführer und Land einigen sich auf Vergleich

Die Akte Berlin versus Steppat im Berliner Arbeitsgericht © sle

28. Mai 2024. Das Land Berlin und der Geschäftsführende Direktor des Deutschen Theaters, Klaus Steppat, haben sich vor dem Arbeitsgericht Berlin auf einen Vergleich geeinigt. Das teilt das Arbeitsgericht in einer Presseaussendung mit.

Demnach kamen beide Parteien überein, die Zusammenarbeit gegen Zahlung einer Abfindung von insgesamt 165.000 Euro durch das Land Berlin zu beenden. Der gerichtliche Vergleich ist noch nicht bestandskräftig, sondern kann von dem beklagten Land bis zum 04.06.2024 widerrufen werden.

Zum Hintergrund: Klaus Steppat war seit 2001 als Geschäftsführender Direktor beim Deutschen Theater in Berlin beschäftigt. Sein letzter Vertrag in dieser Funktion war zunächst bis Juli 2024 befristet und sollte sich gemäß Vereinbarung um weitere zwei Jahre bis Juli 2026 verlängern.

Im Herbst 2023 war es zu einer Auseinandersetzung darüber gekommen, ob Steppat in seiner Funktion als Geschäftsführender Direktor seinen finanzplanerischen Pflichten zutreffend nachgekommen war. Konkret ging es darum, ob er das Land Berlin ordnungsgemäß über ein am Deutschen Theater bestehendes Haushaltsdefizit unterrichtet und geeignete Gegenmaßnahmen ergriffen "oder sogar bewusst diesbezügliche Informationen verschwiegen" habe, wie es in der Pressemitteilung heißt.

Das Land Berlin hatte das Arbeitsverhältnis daher mit zwei Schreiben vom 08.11.2023 und vom 19.12.2023 fristlos sowie vorsorglich ordentlich zum 31.03.2024 gekündigt. Gegen die Kündigungen hatte sich Klaus Steppat mit einer Kündigungsschutzklage gewandt und sämtliche ihm gegenüber erhobenen Vorwürfe bestritten.

Sofern durch das Land kein Widerruf erfolgt, ist der Rechtsstreit abschließend durch den Vergleich beendet. 

(Arbeitsgericht Berlin / cwa)

Mehr zum Thema:

      > Unsere Medienschau zum Millionendefizit am DT Berlin vom April 2024

      > Meldung zur Entlassung von Klaus Steppat am DT Berlin im November 2023  

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Kommentare  
Vergleich im Fall Steppat: Freispruch?
Ein Vergleich, der angesichts der immens hohen Abfindung wie ein Freispruch erscheint. Damit rückt wieder die Frage in den Vordergrund, wer das Defizit verursacht hat, die neue oder die alte Intendanz?
Vergleich im Fall Steppat: Ulrich Khuon
Zu #1 Frau Laufenbeg hatte sich doch schon in der Presse geäußert : „ "Ich kann das Defizit gar nicht verursacht haben. Der Spielplan war und ist gut kalkuliert." Sie ergänzt: "Bei den Auslastungen erreichen wir das, was Khuon in seiner letzten Spielzeit erreicht hat. Das ist doch wohl ein krasser Erfolg! Auch einnahmetechnisch liegen wir damit im Grunde gleich."“

@nachtkritik Habt ihr eigentlich Herrn Khuon mal angefragt ? Was er zu der ganzen Sache sagt ? Ich habe das Gefühl/Empfinden da fragt niemand nach ? Das wäre doch interessant ?
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