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Eisenach: Neue Schauspiel-Direktorin Lydia Bunk entlassen

10. Juni 2025. Nach nur einem Jahr verlässt die Schauspiel-Direktorin Lydia Bunk das Theater Eisenach. Das berichtet unter anderem der MDR. Bunk hatte das Amt mit der Gründung des neuen Ensembles angetreten. Dem MDR zufolge wurde ihr nach Ablehnung eines Auflösungsvertrags gekündigt.

Zu dem Eklat sei es vor der Premiere von Lydia Bunks Bühnenadaption des DEFA-Klassikers "Solo Sunny" gekommen, schreibt die Thüringer Allgemeine. Zehn Tage vor der Premiere habe Intendant Neundorff von Enzberg Klaus Kusenberg, seinem Schauspielchef aus Regensburger Zeiten, die Regie übertragen. "Sie gehen, in aller Professionalität, damit unter," so Michael Helbing in seiner Premierenkritik. Nach dem Wechsel Neundorffs nach Thüringen vor vier Jahren hatte der damalige Schauspieldirektor Kusenberg die Interimsintendanz in Regensburg übernommen.

Mit der Kündigung von Lydia Bunk ist der Intendanz Neundorff in Eisenach bereits die dritte Schauspielleitung abhanden gekommen. Im vergangenen Sommer hatten in einem anonymen Schreiben Mitarbeitende des Theaters über ein schlechtes Arbeitsklima und Mobbing geklagt.

(MDR / Thüringer Allgemeine / sle)

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Kommentare  
Lydia Bunk entlassen: Genau hinschauen
Drei Schauspielleitungen in kürzester Zeit und jetzt das, nach einem viel beachteten Neustart. Man kann nur hoffen, dass die Träger genau hinschauen und die Hintergründe aufklären.
Lydia Bunk entlassen: Was ist da los?
Was ist da los am Landestheater? Ich habe unter der neuen Schauspielleitung einen tollen "Faust" gesehen und ein schönes Weihnachtsmärchen mit meiner Tochter. Und jetzt schon wieder eine Krise? Schade um den gelungenen Neustart.
Lydia Bunk entlassen: Was das Problem ist
Treffender als mit Michael Helbings letztem Satz aus der Premierenkritik kann man es nicht beschreiben, wenn man das Treiben am LTE in den letzten Jahren verfolgt hat: "Aber es verdichten sich die Anzeichen, dass im Kern nicht die einzelnen Persönlichkeiten das Problem sind, sondern dieses Theater."
Vielleicht sollte in Eisenach in anderen Abteilunge über Stellenausschreibungen nachgedacht werden.
Lydia Bunk entlassen: Nachgefragt?
Hat denn jemand mal bei Lydia Bunk und den Mitarbeiter*innen nachgefragt? Ja, die Presse kann Menschen befragen und muss sie in der Berichterstattung nicht nennen. Der Hinweis, dass man sich für Gespräche nicht in der Kantine oder im Theaterrestaurant gegenüber trifft oder auf Premierenfeiern an die Menschen herantritt, ist hoffentlich nicht nötig. Was ist denn aus den Gesprächsangeboten des Intendanten 2024 geworden? Aus dieser Positionierung des Intendanten/der Pressestelle gegenüber der anonymen Mitarbeiter*innenkritik, die hier (13.6.2024) https://backstageclassical.com/zoff-in-meiningen-intendant-in-der-kritik/ zitiert wird: "»Wir nehmen den anonymen Brief und die Gespräche zum Anlass, weitere Führungsentwicklungsprozesse anzustoßen und gemeinsam zu erarbeiten, wie ein modernes Führungsverhalten am Theater funktionieren kann.« An anderer Stelle dort heißt es: "Und auch Mitarbeitende aus Meiningen beschwerten sich unter dem Motto »Schweigen oder nicht Schweigen«, das derzeit das Portal des Meininger Theaters ziert. »Es ist jetzt zum wiederholten Male vorgekommen, daß der Intendant kurz vor der Premiere in den Probenprozess eines Stückes eingreift« heißt es im zweiten Schreiben. Konkret wird bemängelt, dass ästhetische Diskussionen zu spät ausgetragen werde und nicht im respektvoll Miteinander." Es mangelt überall an investigativem Journalismus. Bei Kultureinrichtungen und der Häufung von "Vorfällen", die oft mit jahre- oder jahrzehntelanger Verspätung ans Licht kommen (oder nie) muss schon die Frage erlaubt sein, inwieweit es Überreste ernsthaften Interesses an den Bedingungen künstlerischer Arbeit im Kulturjournalismus gibt? Diese Frage wird hier mit vollem Ernst gestellt, im Wissen um die miese Bezahlung der journalistischen Arbeit und der Annullierung fester Stellen für den Regionalteil mit überregionalem Mantel versehener "Lokalzeitungen".
Lydia Bunk entlassen: Im Sande verlaufen
Ja wirklich interessant, dass diese von @Nemo angesprochenen Versprechungen des Intendanten Herrn Neundorff offensichtlich im Sande verlaufen sind. Welche Massnahmen wurden denn ergriffen um "Führungsentwicklungsprozesse anzustossen"? Welche Gründe auch immer hinter der Kündigung von Lydia Bunk stehen, man sollte die grösseren Zusammenhänge im Blick haben...
Lydia Bunk entlassen: Rechercheauftrag!
Zustimmung. Es gibt gerade im Kulturbeteich zu wenig investigativen Journalismus, der unabhängig vom Ergebnis (Intendant*innen können ja auch entlastet werden) wichtig wäre. Warum springt nachtkritik nicht mal in die Bresche, mit einem Rechercheauftag und dafür ein bis zwei Kritiken weniger?
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