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Gertrud-Eysoldt-Ring und Kurt-Hübner-Regiepreis 2024

Eysoldt-Ringträgerin Birgit Minichmayer in "Heldenplatz" 2024 am Wiener Burgtheater © Matthias Horn

11. Dezember 2024. Der Gertrud-Eysoldt-Ring 2024 geht an die Schauspielerin Birgit Minichmayr. Das teilt die Stadt Bensheim mit, die den Preis gemeinsam mit der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste gaben die Preisträgerin und der Ringelband-Stiftung vergeben. Der Regisseur Ran Chai Bar-zvi erhält den parallel dazu vergebenen Kurt-Hübner-Regiepreis.

Birgit Minichmayr erhält die Auszeichnung für ihre Mitwirkung in Frank Castorfs Inszenierung "Heldenplatz" von Thomas Bernhard, die 2024 am Wiener Burgtheater entstand. Hier ragt Birgit Minichmayr aus Sicht der Jury besonders hervor. "Grotesk und hochkomisch spielt Birgit Minichmayr, herzzerreißend singt sie – und dann spricht sie wieder mit einer Dringlichkeit, als sei die Wunde Wien(s), um die es geht in diesem Stück über Antisemitismus, Vertreibung und Exil, noch frisch oder soeben wiederaufgebrochen", heißt es in der Jurybegründung unter anderem. Der Jury gehörten 2024 Jahr Karin Henkel, André Jung und Jossi Wieler (Vorsitz) an. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Birgit Minichmayr, in Pasching in der Nähe von Linz geboren, erhielt ihre Schauspielausbildung am Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Schon während ihrer Studienzeit wurde sie ans Burgtheater in Wien engagiert. Nach einer Castorf-Produktion bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen wechselte sie 2004 zu Castorf an die Volksbühne in Berlin. 2007 kehrte sie nach Wien zurück, bevor sie 2011 ans Münchner Residenztheater ging, dann arbeitete sie frei. Birgit Minichmayr ist seit der Spielzeit 2019/20 wieder festes Ensemblemitglied des Burgtheaters. Als Theaterschauspielerin vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Ulrich-Wildgruber-Preis und dem Nestroy-Theaterpreis, ist Minichmayr auch als Film- und Fernsehschauspielerin sehr erfolgreich.

Kurt-Hübner-Regiepreis für Ran Chai Bar-zvi

Als Alleinjurorin wählte Almut Wagner für den Kurt-Hübner-Regiepreis Ran Chai Bar-zvi als Preisträger aus, der die Ehrung für seine Inszenierung von "Blutbuch" nach dem Roman von Kim de l’Horizon am Staatstheater Hannover erhält. "Ran Chai Bar-zvi begegnet selbst großen, existentiellen Stoffen immer mit Leichtigkeit und einem unglaublichen Instinkt für Unterhaltung, er öffnet die Vorgänge auf der Bühne hin zum Publikum", wird aus der Begründung der Jurorin zitiert.

Ran Chai Bar-zvi, der nicht nur Regisseur sondern auch Bühnenbildner ist, wurde 1989 in Jerusalem geboren und ist Absolvent der Jerusalem High School of Arts. Im Jahr 2012 zog er nach Berlin, wo er ein Studium für Kostüm- und Bühnenbild an der Kunsthochschule Berlin Weißensee begann, das er 2019 mit Diplom abschloss. Der Kurt-Hübner-Regiepreis ist mit 5.000 Euro dotiert.

Ran Chai Bar-zvi © Sandra ThenKurt-Hübner-Regiepreisträger Ran Chai Bar-zvi © Sandra Then

Der Gertrud-Eysoldt-Ring wird seit 1986 in Erinnerung an die Schauspielerin Gertrud Eysoldt vergeben, die zu den bedeutendsten Schauspielerinnen des frühen 20. Jahrhunderts gehört. Unter den Preisträger*innen früherer Jahre sind Klaus Maria Brandauer, Cornelia Froboess, Corinna Harfouch, Nina Hoss, Ulrich Mühe, Ulrich Matthes, Tobias Moretti, Charly Hübner, Lina Beckmann und Sandra Hüller. 

Der Regiepreis wird seit 1991 im Zuge der Eysoldt-Preis-Verleihung in Bensheim an junge Regisseur*innen vergeben. Namensgeber Kurt Hübner gehörte zu den bedeutendsten Intendanten des deutschen Nachkriegstheaters und galt als ein großer Wegbereiter für das moderne Theater in Deutschland. Von 1992 bis 2006 war er Juror des später nach ihm benannten Kurt-Hübner-Regiepreis. Hübner starb 2007 im Alter von 90 Jahren in München. Zu den Preisträger*innen früherer Jahre gehören Wilke Weermann, Nora Abdel-Maksoud, Julia Wissert, Robert Icke, Leonie Böhm und Marie Schleef.

(Stadt Bensheim / sle)

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Kommentare  
Kurt-Hübner-Regiepreis: Regie als Leitung
Zu den Preisträger*innen des Kurt-Hübner-Regiepreises gehören übrigens - neben den erwähnten und gerade gehypten - auch Menschen, die gerade das Stadttheater in Leitungspositionen neu verorten: Vontobel in Bern, Khodadadian in Göttingen oder Priebe in Neustrelitz-Brandenburg.
Kurt-Hübner-Regiepreis: Wozu die Information?
#1....und was wollen Sie uns mit dieser Information sagen Herr Hübner?
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