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Literaturnobelpreis 2025 für László Krasznahorkai
László Krasznahorkai © Ill. Niklas Elmehed / Nobel Prize Outreach
9. Oktober 2025. Die ungarische Schriftsteller und Drehbuchautor László Krasznahorkai erhält den diesjährigen Literaturnobelpreis. Das gab die Schwedische Akademie soeben in einer Livestream-Übertragung bekannt.
László Krasznahorkai, geboren am 5. Januar 1954 in Gyula/Ungarn, studierte zunächst Jura in Szeged, dann von 1976 bis 1983 Ungarisch und Literatur an der Universität Budapest. Für längere Zeit lebte er nach 1987 in Berlin und in den frühen 1990er Jahren in China, der Mongolei und Kyōto. Seine Romane wurden in viele Sprachen übersetzt und mit internationalen Preisen ausgezeichnet, darunter der Tibor-Déry-Preis, der Preis der SWR-Bestenliste (1993), der Kossuth-Preis (2004), der Spycher: Literaturpreis Leuk (2010), der Brücke Berlin Literatur- und Übersetzerpreis (2010) sowie der Österreichische Staatspreis für Europäische Literatur (2021).
Neben Romanen wie "Satanstango" (1984), "Melancholie des Widerstands" (1992) oder "Herscht 07769" (2021) schrieb er Drehbücher für Filme wie "The Man from London" (2007) und "Das Turiner Pferd" (2011).
Am Theaterhaus Jena kam jüngst "Herscht 07769", basierend auf dem gleichnamigen Roman auf die Bühne. Der Roman wurde ebenfalls am Theater Rudolstadt adaptiert. Der Musiktheatermacher David Marton inszenierte 2024 einen Abend nach Krasznahorkais zweitem Roman "Melancholie des Widerstands" an der Berliner Staatsoper. Denselben Roman verknüpfte Marton auch mit Johann Sebastian Bachs Werk in seinem Schaubühnen-Abend "Das wohltemperierte Klavier" 2012.
Krasznahorkai lebt als freier Schriftsteller in Pilisszentlászló in der Nähe von Budapest sowie in Berlin. Im Sommersemester 2008 hatte er eine Gastprofessur an der Freien Universität Berlin. Im Jahr 2014 wurde er mit dem America Award in Literature ausgezeichnet, 2025 mit dem Man Booker International Prize. Er erhält den Literaturnobelpreis "für sein überzeugendes und visionäres Werk, das inmitten apokalyptischer Schrecken die Kraft der Kunst bekräftigt", wie es auf der Website der Nobelpreis-Akademie heißt.
Im letzten Jahr erhielt die koreanische Schriftstellerin Han Kang den Literaturnobelpreis, davor der norwegische Dramatiker Jon Fosse den Literaturnobelpreis. Unter den Preisträger*innen der letzten Jahre befinden sich zahlreiche dem Theater eng verbundene Autor*innen wie Elfriede Jelinek (2003), Harold Pinter (2005) oder Peter Handke (2019). 2016 erhielt der Liedermacher Bob Dylan den Literaturnobelpreis.
Die Übergabe aller Nobelpreise erfolgt traditionell am 10. Dezember, dem Todestag von Preisstifter und Dynamit-Erfinder Alfred Nobel (1833–1896). Die Auszeichnung ist mit umgerechnet 914.000 Euro dotiert.
(Schwedische Akademie / www.nobelprize.org / chr)
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