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Leitungsduo Wiener Josefstadt: Marie Rötzer & Stefan Mehrens

Marie Rötzer, designierte Intendantin des Theaters an der Josefstadt © Landestheater Niederösterreich / Alexi Pelekanos

24. Juni 2024. Zur Spielzeit 2026/27 übernehmen Marie Rötzer als Intendantin und Stefan Mehrens als Geschäftsführer die Leitung des Theaters und der Kammerspiele in der Josefstadt. Das gab die Trägerstiftung des Wiener Theaters heute in einer Pressemitteilung bekannt.

Die Personalie Marie Rötzer wurde bereits vergangene Woche in der Presse bekannt. Derzeit Intendantin des Landestheaters Niederösterreich, arbeitete Marie Rötzer nach ihrem Studium der Theaterwissenschaft und Germanistik in Wien als Dramaturgin, unter anderem in Berlin, Graz und Mainz, und als Referentin des Intendanten Joachim Lux sowie als Mitglied der künstlerischen Leitung am Thalia Theater Hamburg. 2016 übernahm sie in St. Pölten ihre erste Intendanz. Unter Rötzers Leitung seien dem Landestheater "Rekordbesucherzahlen und immer wieder theatrale Coups" gelungen, schreibt Der Standard, darunter etwa die Verpflichtung von Regisseuren wie Frank Castorf und Luk Perceval oder von Puppenspieler Nikolaus Habjan.

Optimistisches Erzähltheater für komplexe Themen

Ihre Pläne für die Josefstadt stellte Marie Rötzer bei der heutigen Pressekonferenz vor. Das traditionsreiche, vor mehr als 230 Jahren gegründete Theater in der Josefstadt möchte sie "als österreichisches Erzähltheater weiterentwickeln und öffnen", heißt es in der Pressemitteilung. Mit ihrem Programm und einem internationalen Netzwerk soll das Theater "noch stärker in die Stadtgesellschaft wirken und mit Kooperationen in den deutschsprachigen und europäischen Raum ausstrahlen". Als Ein "Ort, um den komplexen Themen unserer Zeit eine optimistische, künstlerische Kraft entgegenzusetzen", verhandelt das Theater in der Josefstadt laut Marie Rötzer spielerisch Weltliteratur. Die Kammerspiele wiederum sollen als "Broadway-Theater Wiens" mit tagesaktuellen Revuen, Komödien und Kabaretts anspruchsvolle Unterhaltung schaffen und die Themen aufgreifen, die der Stadt "unter den Nägeln brennen".

Als kaufmännischer Direktor tritt Stefan Mehrens 2026/27 als Nachfolger von Alexander Götz sein Amt an. Seit der Spielzeit 2016/17 ist der studierte BWLer und Theaterwissenschaftler Verwaltungsdirektor am Staatstheater Braunschweig. Ab 2011 war er in der gleichen Funktion bei den Salzburger Festspielen tätig und leitete zuvor ab 2005 die Bereiche Finanzen, Organisation und Controlling des Niedersächsischen Staatstheaters Hannover.

Für das Leitungsduo Marie Rötzer und Stefan Mehrens entschieden sich die Trägerstiftung des Theaters in der Josefstadt, die Vertreter*innen des Bundesministeriums für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport sowie die Stadt Wien einstimmig, heißt es in der Pressemitteilung. Diskutiert wurden demnach 23 Bewerbungen auf die Nachfolge des langjährigen Intendanten Herbert Föttinger, darunter neun Bewerbungen von Frauen und vierzehn von Männern.

(Theater in der Josefstadt / eph)

Kommentare  
Leitungsduo Josefstadt: Optimismus?
Also kein Thomas Bernhard? Kein Samuel Beckett? Keine Elfriede Jelinek? Kein Franz Kafka? Und nichts, was die Abgründe und Schattenseiten des Menschseins in den Fokus rückt? Stattdessen nur Optimismus? Wie schade.
Im Ernst: Sowas Ähnliches habe ich in letzter Zeit häufig gehört - Kunst solle nicht so schwermütig daherkommen, positiv sein, „Heilung“ anbieten. Da werde ich ja noch lieber mit der Moralkeule erschlagen als mit der plumpen Optimismuskeule.
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