Exodos - Im Radialsystem Berlin baut Sasha Waltz tänzerische Übergänge zwischen Ekstase und Panik
Flucht und Party
von Frauke Adrians
Berlin, 23. August 2018. Fluchtreflexe hat das Publikum schon, ehe Sasha Waltz' "Exodos" überhaupt beginnt. Zwei schmale Gänge führen auf die beiden Säle des Radialsystems zu, die Augusthitze staut sich und macht das Atmen schwer. Zu viele Menschen in zu engen Tunneln: Duisburg! Love Parade! Es ist fast perfide, wie gut Sasha Waltz es versteht, mit Assoziationen zu spielen und mit dem Unwohlsein, das sie auslösen können.
Die Letzten - András Dömötör baut sich am Berliner Gorki Theater eine Kinderhorrorstube nach Maxim Gorki
Vati ist heut böse
von Christian Rakow
Berlin, 15. Juni 2018. Dimitrij Schaad, der Edelspielmacher und Diskursjongleur des Gorki-Theaters, der wie kaum ein zweiter schwere Dinge leicht wirken lassen kann, hat gerade einen unbarmherzigen Besetzungszettel. Jüngst in Yael Ronens Walk on the Dark Side spielte er einen egomanischen Astrophysiker, der über Leichen geht und seine Familie psychisch abwrackt. Und heute ist er der autoritäre Vater und ehemalige zaristische Polizeichef Iwan Kolomijzew aus Maxim Gorkis Drama "Die Letzten" (von 1907, uraufgeführt 1910 durch Max Reinhardt am Deutschen Theater Berlin).
Kluge Gefühle - Niels Bormanns Inszenierung von Maryam Zarees preisgekröntem Stück am Berliner HAU
Reden in Scheinwerferkegeln
von Michael Wolf
Berlin, 9. Juni 2018. Vor zwei Jahren weinte Maryam Zaree bitterlich auf der Bühne des Maxim Gorki Theaters. Sie spielt in der Premiere von Yael Ronens Denial die Tochter einer Iranerin, die von den Schergen der islamischen Revolution gefoltert wurde. Sie selbst kam im Gefängnis zur Welt, bevor die beiden in Deutschland Asyl fanden. Nie habe sie mit ihrer Mutter über die traumatische Vergangenheit sprechen können, jetzt sei es an der Zeit. Aber kaum erhob Zaree ihre Stimme, brach sie ihr schon wieder.
Jeff Koons - Lilja Rupprecht inszeniert Rainald Goetz' Künstlerdiskurs-Stück an der Schaubühne Berlin
Sekt zum Seelenstriptease
von Simone Kaempf
Berlin, 7. Juni 2018. Was ist das größte Problem eines Künstlers? Natürlich nicht seine Kunst. Jedenfalls nicht in Rainald Goetz' Text "Jeff Koons", benannt nach dem amerikanischen Hohepriester der Vereinigung von Kunst, Kitsch und Kommerz. Des Künstlers größtes Problem ist darin das Hin- und Hergerissensein zwischen Sehnsucht und Verachtung, zwischen Menschenekel und Zuneigung, Erniedrigung und Erhabenheit à la: "Ich schreie, ich gröle, bin saugut drauf. Ich hasse euch alle, ich finde mich toll."
Regie: Thomas Bo Nilson und Julian Wolf Eicke
Regie: Kasteleiner/König
Regie: Gernot Grünewald
Regie: Bush Moukarzel, Ben Kidd
Regie: Yael Ronen / Christian Weise
Regie: Vanessa Stern
Regie: Sebastian Nübling
Regie: Ola Mafaalani
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