Der Mann ohne Vergangenheit - Dimiter Gotscheff zieht Aki Kaurismäkis Film komödiantisch die Mundwinkel herunter
Der Leib eine Schwiele, das Leben ein Kreuz
von Anne Peter
Berlin, 17. Dezember 2010. Es ist nun einmal die Zeit der frommen Sprüche. Doch jenes "Geben ist seliger als nehmen" passt nicht nur wunderbar in die Vorweihnachtszeit, sondern markiert auch treffend die moralische Deutlichkeit, die Dimiter Gotscheff mit seiner Adaption von Aki Kaurismäkis filmischem Kleinod "Der Mann ohne Vergangenheit" von 2002 verfolgt. Bei Almut Zilcher, die die Heilsarmistin Irma spielt, reiht sich der Satz in eine Reihe ähnlich gearteter Bibel-Sprüchlein ein, die Gotscheff seiner Version hinzufügt hat und in der natürlich auch das Kamel, der Reiche und das Nadelöhr nicht fehlen dürfen. Denkbar holzhammermäßig bringt er also die mit diesen frohen Botschaften beabsichtigte Anklage der bösen Ausbeuter unters Publikumsvolk.
Alle meine Söhne - Roger Vontobel leuchtet mit Arthur Miller hinter eine Familienfassade
Unter dem Firnis das Tier
von Elena Philipp
Berlin, 16. Dezember 2010. Eine Fünferbande Kinder tobt auf dem Rasenrechteck mit Joe Keller (Jörg Pose), während rundherum das Publikum seine Plätze einnimmt. Das Licht ist golden wie an einem Spätsommertag. Federball, Football, Hula Hoop – heil ist das amerikanische Vorstadtleben, das Roger Vontobel zu Beginn seiner Inszenierung von Arthur Millers "Alle meine Söhne" vorführt. Es sind die paradiesischen Zeiten der Unschuld, in denen die Familie Keller in Eintracht mit ihren Nachbarn lebt. – Rummms, kracht eine Ladung Äpfel aus dem Schnürboden. Der Sündenfall.
7 Schwestern - She She Pop präsentieren ein neues Generationenporträt
Nichtstuerinnen von Welt
von Wolfgang Behrens
Berlin, 10. Dezember 2010. "Die Väter sind weg", sagt Lisa Lucassen einmal, noch ziemlich zu Beginn des Abends. Ja, in der Tat, sie sind weg (bzw. sitzen im Publikum), jene realen Väter, die das Performancekollektiv She She Pop für ihre preisgekrönte Produktion Testament auf die Bühne geholt hatte, um mit ihnen gemeinsam anhand von Shakespeares "König Lear" ihre in die Jahre gekommene Eltern-Kind-Beziehung zu besprechen.
Regie: Wilfried Minks
Regie: Maria Magdalena Ludewig und Tino Hanekamp
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