Zeiten des Aufruhrs - Am Deutschen Theater Berlin erzählt Jette Steckel mit Richard Yates' Roman vom schwachen Mann
Meine Frau, ihre Abtreibung und ich
von Michael Wolf
Berlin, 28. Februar 2019. Seit #metoo haben es Männerfiguren schwer auf dem Theater. Wer fortschrittlich wirken möchte, teilt sie in eine von zwei Gruppen ein: Täter oder Trottel. Regisseurin Jette Steckel gibt sich damit nicht zufrieden. In ihrer Adaption von Richard Yates' "Zeiten des Aufruhrs" am Deutschen Theater muss der Mann gleich beide Schemata bedienen.
Eine Familie - Antú Romero Nunes inszeniert am Thalia Theater Hamburg Tracy Letts' Dauerbrenner
Der Schatten großer Frauen
von Stefan Forth
Hamburg, 23. Februar 2019. Wenn es eine Frau gibt, die Donald Trump in Sachen Angriffslust ebenbürtig ist, dann wohl diese: die wütende Violet Weston. Tablettensüchtig, krebskrank, perspektivlos. Karin Neuhäuser gibt diese bösartig verzweifelte Präriebewohnerin in der Hamburger Inszenierung von Tracy Letts' viel gespieltem Text "Eine Familie" als selbstgerechtes Wrack. Am Schluss dieses zerstörungswütigen Abends wird sie eine rote Baseballkappe tragen, die auffällig dem Markenzeichen des derzeit amtierenden US-Präsidenten ähnelt. Make America great again – wenn schon im eigenen Leben nichts mehr wiedergutzumachen ist.
Der Menschenfeind - Bernadette Sonnenbichler inszeniert Molières Klassiker am Staatsschauspiel Stuttgart
Trippeln, Wippen und Verrenken
von Verena Großkreutz
Stuttgart, 23. Februar 2019. Wahrlich bizarr, dieser Dichterling Oronte. Wie er in mehreren Anläufen sein Möchtegern-Sonett "Hoffnung" zum Vortrag bringen will und dies mit merkwürdig exaltierten Armschwüngen untermalt, sich immer mehr hineinsteigert in seine holprigen Verse, dabei fast in Ohnmacht fällt. Aber noch bizarrer als seine Bewegungen ist Orontes Kostüm, in das Sven Prietz gesteckt wurde: Grüner, schulterfreier Wams, goldene Plateauschuhe und Pluderhose überm Kugelbauch, eine riesige Perlenkette um den Hals. Solche bunten, eigenwilligen Outfits tragen alle Menschen des Hofstaats in Bernadette Sonnenbichlers Inszenierung von Molières Komödie "Der Menschenfeind" im Schauspielhaus Stuttgart. Auch der einsamen Arsinoé (Katharina Hauter) hat Kostümbildnerin Tanja Kramberger was Todschickes verpasst: Die Perücke, geformt wie zwei Riesenhörner, thront zentnerschwer auf ihrem Kopf, ihr lila Reifrock geht in die Breite wie ein sperriges Schutzschild.
Regie: Sebastian Wirnitzer
Regie: Swentja Krumscheidt
Regie: Adriana Altaras
Regie: Christoph Marthaler
Regie: Nurkan Erpulat
Regie: Oliver Frljić
Regie: Bettina Bruinier
Regie: Anna-Sophie Mahler feat. Peaches
Regie: Susanne Zaun & Marion Schneider
Regie: Christine Hofer
Regie: Roger Vontobel
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