Schubladen (UA) - She She Pops neuer Abend über West- und Ostfrauen am HAU Berlin
Zonenübergreifende Frauenbilder
von Esther Slevogt
Berlin, 8. März 2012. Bei Katharina Witt herrschte offenbar eine Art zonenübergreifender Konsens. Jedenfalls sind, als die Rede auf die einstige DDR-Olypmiasiegerin im Eiskunstlauf kommt, die kleinen soziokulturellen Differenzen zwischen den Ost- und den Westfrauen auf der Bühne wie ausgeräumt, die bisher den Abend bestimmten. Und die langbeinige Westfrau Nina Tecklenburg fängt auf ihrem Bürostuhl an, mit großer Geste Witts Carmen-Choreografie aus ihrem Körpergedächtnis zu schleudern. Im Sitzen. Damit hatte die Eiskunstläuferin 1988 in Calgary ihre Goldmedaille verteidigt.
Die bitteren Tränen der Petra von Kant - Am Münchner Residenztheater inszeniert Martin Kušej nach Rainer Werner Fassbinder
Gib mir mehr Theater!
von Michael Stadler
München, 3. März 2012. Wer dem Theaterzuschauer die Lust am Schauen madig machen will, der benutze halbdurchsichtige Spiegel, die den Blick auf die Bühne je nach Beleuchtung ermöglichen oder verweigern und auf den Betrachter zurückwerfen können. Im Marstall, dem Resi-Nebenschauplatz fürs Experimentelle, wo sich zuletzt die freie Truppe von Showcase Beat le Mot austobte, hat Annette Murschetz einen Guckkasten moderner Neon-Peep-Show-Art errichtet. Alle vier Seiten sind von Spiegelglas begrenzt, davor sitzt das Publikum. Das erinnert an die Verhörkammern des FBI. Oder die Vorzimmer zu jenen Räumen, wo Hinrichtungen stattfinden. Und irgendwie hat dieser Seh-Raum auch etwas von einem merkwürdig quadratischen Laufsteg, auf dem bald verkorkste Lebensmodelle vorgeführt werden. Mit Blackouts zerstückelt Kusej den Handlungsfluss im Inneren des Guckkastens in zahlreiche Einzelszenen. Immer wieder geht innen das Neonlicht aus und im Zuschauerraum an, man sieht sich selbst und die anderen auf ihren Bänken sitzen, indes drinnen die Protagonisten sich für die nächste Szene neu positionieren.
Regie: Frank Heuel
Regie: David Marton
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