Von besonderer Strahlkraft

26. Mai 2018. In Berlin wurden gestern die George Tabori Preise 2018 verliehen. Ausgezeichnet mit dem Hauptpreis wurde das Theaterkollektiv copy & waste, den Förderpreis erhielt das Performancekollektiv Turbo Pascal. Das gab der Fonds Darstellende Künste, der den Preis verleiht, in einer Pressemeldung bekannt.

Intellektueller Flic Flac zwischen Diskurs und Lebensrealität

Den Hauptpreis – vergeben für "herausragende, beispielgebende und kontinuierliche 'Ensembleleistungen' in den Freien Darstellenden Künsten – erhielten copy & waste. Mit "brillanter Sprache, glamouröser Musik und dem virtuosen Spiel mit dem kunstvollen Plagiat" führe das Kollektiv sein Publikum auf einen "Konfrontationskurs zwischen Künstlichkeit und Realität" und erzeuge – "mit inhaltlich sehr gut recherchierten Themen zu Schwerpunkten der Architektur unserer Städte und exzellenten Texten" – "einen einzigartigen intellektuellen Flic Flac zwischen Diskurs und Lebensrealität".

Mutige Performances mit enormer Sogwirkung

Den Förderpreis zum George Tabori Preis 2018 – ausgelobt für "die bemerkenswerte Fähigkeit zum experimentellen Format" – erhält das Berliner Performancekollektiv Turbo Pascal. Turbo Pascal beleuchteten "Mechanismen des zwischenmenschlichen Denkens und Handelns", machten diese transparent und durch interaktive Bühnenstücke erfahrbar, so die Jury. Sie schafften "mutige Performances, mit enormer Sogwirkung für die Zuschauer*innen", verschöben mit ihren theatralen Experimenten "die Perspektiven der Wahrnehmung" und setzten das Publikum der "Hinterfragung der eigenen Werte, Haltungen und Meinungen" aus.

TaboriPreis2018 280 FlorianKrauss uPreisträger und Nominierte des George Tabori Preises 2018 © Florian KraussWürdigen möchte der Fonds Darstellende Künste mit dem George Tabori Preis "künstlerische Handschriften von besonderer Strahlkraft". Nominiert waren neben den Preisträgern für den Hauptpreis die Ben J. Riepe Kompanie aus Düsseldorf sowie das Label und Künstler*innenkollektiv geheimagentur aus Hamburg und für den Förderpreis die Stuttgarter Physical Theatre-Kompanie backsteinhaus produktion sowie der transkulturelle Aktionsraum Migrantpolitan aus Hamburg. Ausgewählt wurden die sechs Gruppen aus mehr als dreihundert durch den Fonds Darstellende Künste geförderten Gruppen der letzten fünf Jahre.

Fünf Personen bildeten die diesjährige Jury zum George Tabori Preis, darunter vier Vertreter*innen des Fonds Darstellende Künste: Sabine Gehm (Künstlerische Leitung Tanz Bremen / Vorsitzende Kuratorium Fonds DaKü), Ilka Schmalbauch (Referentin des Vorstands des Deutschen Bühnenvereins / Vorstandsmitglied Fonds DaKü), Prof. Dr. Wolfgang Schneider (Professor für Kulturpolitik an der Universität Hildesheim / Vorsitzender ASSITEJ e.V., / Vorstandsvorsitzender Fonds DaKü), Matthias Schulze-Kraft (Künstlerischer Leiter LICHTHOF Theater / Vorsitzender Kuratorium Fonds DaKü) sowie Amelie Deuflhard (Intendantin Kampnagel Hamburg).

Dotiert sind der Hauptpreis mit 20.000 Euro und der Förderpreis mit 10.000 Euro; laut Fonds Darstellende Künste ist der George Tabori Preis die höchste bundesweite Auszeichnung für Ensembles und Künstler*innen aus der Freien Theaterszene. Der Preis wurde zum 9. Mal vergeben.

(Fonds Darstellende Künste / eph)

Kommentar schreiben