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Findungskommission für Intendanz in Köln

"In aller Ruhe"

4. Februar 2019. Die Oberbürgermeisterin der Stadt Köln, Henriette Reker, wird zur Neubesetzung der Intendanz des Kölner Schauspiels eine "Findungskommission mit Fachleuten" einsetzen. Das teilte das Presseamt der Stadt Köln gestern Nachmittag mit. 

Das "Statement der Oberbürgermeisterin Reker zur künftigen Besetzung der Intendanz am Schauspielhaus Köln" im Wortlaut: "Mein Ziel ist es jetzt, in aller Ruhe zu einer tragfähigen Lösung zu gelangen. Dazu werde ich eine Findungskommission mit Fachleuten unter meiner Leitung einsetzen, die mich kompetent beraten und auch die Situation in Köln beurteilen können. Im Laufe der Woche werde ich dazu den kulturpolitischen Sprechern der Ratsfraktionen ein Verfahren vorstellen."

Damit reagiert Reker auf das desaströs gescheiterte Berufungsverfahren für Carl Philip von Maldeghem. Den Intendanten des Landestheaters Salzburg hatten die Oberbürgermeisterin und ihre Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach, beraten vom früheren Geschäftsführer des Deutschen Bühnenvereins Rolf Bolwin, ab Sommer 2021 als Nachfolger von Stefan Bachmann einsetzen wollen. Nach heftigem öffentlichen Widerspruch gegen den Kandidaten sowie das Verfahren seiner Installierung hatte von Maldeghem seine Bewerbung fallen gelassen und erklärt, er zöge es vor, in Salzburg zu bleiben.

(Presseamt der Stadt Köln / jnm)

 

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Kommentare

Kommentare  
#1 Findungskommission Köln: der BühnenvereinA.Cotard 2019-02-04 19:08
Ist es nicht endlich an der Zeit, dass der Bühnenverein sich stärker aus der Findung zurückzieht - was nicht heissen soll, dass keine Theatermacher daran teilnehmen sollten. Aber das Geschachere der letzten Jahre bei den Findungen könnte jetzt aufhören! Denn immer saß der Bühnenverein am Tisch, auf dem Schoß oder am Telefon, und überwachte die Nachfolgen als sei nur er prädestiniert. Und in NRW ist es immer noch Herr Bolwin, der die Strippen zieht und der sich - nach vielen Jahren an den Quellen der Macht - spätestens jetzt ganz und gar, noch immer mit Respekt, aus diesem Geschäft zurückziehen kann und muss. Sein offensichtlich gut beratener Nachfolger im Amt hat klugerweise gar nicht erst den Fehler gemacht, sich dieses Strippenziehens anzunehmen.
Man darf Frau Oberbürgermeisterin nur wünschen, fähige Leute aus allen Branchen zu finden, die unsichtbar, fleissig und mit guter Hand viele gute Vorschläge machen und viele gute Bewerbungen sondieren. Dabei würde einer Stadt wie Köln Diversität zu Gesichte stehen. Vielleicht haben wir irgendwann einmal das erste gemischte Intendantenteam aus Frauen und Männern verschiedener Ethnien und Kulturen, bei denen weder Karriere noch Macht eine Rolle spielen, sondern gute Konzepte und ein brillantes Programm für eines der wichtigsten Schauspielhäuser des Landes. Bitte nichts überstürzen, bitte nicht nach großen Namen suchen, sondern gute Bewerbungen abwarten. Es geht nicht um die Vergabe von Pfründen, sondern immer noch um Theater.

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