Gespür fürs Publikum

Magdeburg, 15. September 2008. Der Regisseur Jan Jochymski wird ab der Spielzeit 2009/2010 unter der Generalintendanz von Karen Stone Schauspieldirektor am Theater Magdeburg, teilt das Theater in einer Pressemitteilung mit. "Jan Jochymski hat mit seinen bisherigen erfolgreichen Inszenierungen ein Gespür für die Bedürfnisse des Publikums in Magdeburg bewiesen und ein überzeugendes Konzept vorgelegt. Außerdem bringt er Erfahrungen in der Leitung eines Schauspielensembles mit. Deshalb möchte ich ihm die Chance geben und freue mich auf die Zusammenarbeit mit ihm", begründete die designierte Generalintendantin Karen Stone ihre Entscheidung für Jochymski.

Jochymski wurde 1969 in Leipzig geboren. Von 1990 bis 1994 studierte er Schauspiel an der Theaterhochschule "Hans Otto" in Leipzig. 1992 gründete er die freie Gruppe TheaterschaffT. Ein kurzes Engagement führte ihn 1994/95 als Schauspieler nach Rudolstadt. Von 1994 bis 1997 arbeitete er als Schauspieler und Regisseur am Theaterhaus Jena. Jan Jochymski ist neben seiner Arbeit als freischaffender Regisseur zusätzlich als Gastdozent an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig, an der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam und an der Hochschule für Musik und Theater Stuttgart tätig.

Er inszenierte in Dresden, Potsdam, Jena, Meiningen, Leipzig, Rostock und Stuttgart. Zuletzt kam am Maxim Gorki Theater Berlin Einer flog über das Kuckucksnest und in Magdeburg "Breaking the Waves" nach dem Film von Lars von Trier heraus. Im Mai 2009 kommt in Magdeburg seine Inszenierung von Dostojewskis "Schuld und Sühne" zur Premiere.

In dieser Spielzeit ist noch Tobias Wellemeyer der Magdeburger Generalintendant; er bekleidet das Amt seit 2004 und ist zugleich auch der Schauspieldirektor des Hauses. Zur kommenden Spielzeit wechselt er als Intendant ans Hans-Otto-Theater (hier unsere Meldung vom 20. März 2008).

(dip)

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Kommentare  
#1 Jochymski in Magdeburg: Endlich kann er voll kreativ seinkoträppchen 2008-11-07 12:49
Leider sprang das Publikum in Magdeburg oft nicht besonders auf Jochymskis deutliches Gespür an. "Vor Sonnenaufgang" ist zwar eine zuschauerfreundliche Inszenierung gewesen, die den Brückenschlag ins Herz des Zuschauers sehr wohl stechen konnte und gleichzeitig Texttreue, gemischt mit der nötigen Abstraktion, bewies. Tatsächlich aber waren die Vorstellungen sehr bald nicht mehr gut besucht. Ähnliches auch bei seiner Stückentwicklung "Ich:Planet". Eine hervorragende Leistung und treffsicher die Realität der Magdeburger Mitdreißiger aufgefasst und eingespielt, leider aber scheint das Publikum dies nicht zu schätzen zu wissen! Ich bin sehr erfreut, dass Jochymski nun die Möglichkeit geboten wird, seine Kreativität in Magdeburg gänzlich anwenden zu können. Gespanntsein darf man allemal! Ob die Magdeburger das allerdings zu schätzen wissen, liegt noch im Unklaren!
#2 Jochymski nach Magdeburg: wie ist es möglich?sascha meier 2008-11-08 01:28
Oh Gott - schon wieder ein überambitionierter
Jungregisseur - der eigentlich nur Kinderschokolade macht. Hilfe! Das hat Magdeburg nach Wellemeyer nicht verdient! Wie hat der unfähige Jochymski denn diesen Posten ergattert??
#3 Jochymski nach Magdeburg: arbeitet aufwändigklaus aus leipzig 2008-11-08 15:48
Wie ist es möglich?
Vielleicht einfach dadurch, dass Jochymski in den letzten Jahren einige gute Arbeiten (z.B. Liliom in Leipzig) vom Stapel gelassen hat?
Wie kommen Sie denn bitteschön auf "unfähig" lieber Herr Meier - da gibts doch nun wirklich ganz andere Kaliber, denen man größere Häuser als Magdeburg hinterhergeschmissen hat.
Jan Jochymski arbeitet sehr aufwändig: er recherchiert viel für seine Arbeiten und entwickelt nicht selten zusammen mit den Schauspielern auch noch den Stücktext.
Natürlich kann man da auch mal grandios scheitern.
#4 Jochymski nach Magdeburg: gibt Schlimmereagnes 2008-11-08 16:33
nun ja, über die qualität der leipziger "liliom" ließe sich streiten, aber: da stimme ich klaus zu. es gibt größere regiescharlatane als jochymski, anderswo werden die dann sogar und trotz allem intendant und lassen auch dann noch nicht die finger vom pult.

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