Gegen die Gleichschaltungspolitik

Berlin, 4. Dezember 2020. Die Berliner Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch ruft für den 6. Dezember 2020 um 12 Uhr zu einer Solidaritäts-Demonstration für die von Studierenden besetzte Budapester Universität für Theater und Filmkunst (SZFE) auf.

FreeSZFEDer besetzte Eingang der SZFE in Budapest © Máté Fuchs"Die Universität wurde, ohne demokratisches Verfahren, ihrer Autonomie beraubt!", heißt es in dem Aufruf. Durch die Übertragung der Leitungspositionen der SZFE an die neu gegründete regierungsnahe "Stiftung für Theater- und Filmkunst" habe die Universität faktisch ihre Selbstständigkeit verloren; die Berufung des regierungstreuen Nationaltheater-Intendanten Attila Vidnyánszky zum Präsidenten dieser Stiftung sei "ein weiterer Schritt der Regierung Viktor Orbáns in Richtung einer Gleichschaltung von Kultur und Wissenschaft".

Die Studierenden der SZFE besetzten Anfang September 2020 ihr Universitätsgebäude aus Protest und hielten dort gemeinsam mit den Lehrenden den Unterricht weiter ab. Sie organisieren Aktionen und Demonstrationen und  erhielen dafür großen internationalen Zuspruch. Seit dem 10. November 2020 wurde die Besetzung wegen des Lockdown in Ungarn von den Studierenden freiwillig ausgesetzt. Aber die Aktionen gehen weiter. In den sozialen Medien verbinden sich die Protestierenden über den Hashtag #FreeSZFE.

Auf der Berliner Demonstration am 6. Dezember 2020 auf dem Rosa-Luxemburg-Platz werden unter anderen Studierende der SZFE und der HfS Ernst Busch sprechen.

(chr)

Lesen Sie hier unsere Bericht über die kulturpolitische Situation in Budapest rund um den #FreeSZFE-Konflikt.

Auf der Website der HfS "Ernst Busch" spricht die Studierenden-Vertreterin Hanna Milovits im Interview über die aktuelle Lage an der SZFE.

 
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