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Offener Brief: Kritik an neuer Wildwuchs-Leitung

16. Dezember 2021. In einem Offenen Brief äußert eine Gruppe behinderter Kurator:innen und Künstler:innen Kritik am Auswahlprozess und der Zusammensetzung des neuen Wildwuchs-Leitunsgteams. Menschen mit Behinderung sind in dem im November bekannt gegebenen Team nicht vertreten – damit sei die Chance verpasst worden, "die Schweizer Kulturlandschaft nachhaltig inklusiver zu gestalten", heißt es in dem Schreiben.

Seit 2001 findet das Wildwuchs-Festival alle zwei Jahre in Basel statt. Von Beginn an setzte das Festival einen programmatischen und strukturellen Fokus auf Inklusivität. So schreibt es auf der eigenen Facebookseite: "Wildwuchs gewährleistet Chancengleichheit für künstlerisches Schaffen. Wildwuchs ermöglicht kulturelle Zugehörigkeit trotz Verschiedenheit."

Divers und inklusiv

Anlässlich des diesjährigen Jubiläums habe das Festival damit geworben, ein "neues Bild von Behinderungen" zu kreieren und sich seit 20 Jahren für die Inklusion von behinderten Menschen einzusetzen, heißt es in dem Offenen Brief. Zudem habe die Ausschreibung explizit ein "diverses und inklusives" neues Leitungsteam gesucht. "Obwohl sich mehrere Teams mit Personen mit Behinderungen für die neue künstlerische Leitung beworben haben, wurde keines dieser Teams gewählt. Dies liegt auch an den Strukturen, welche im Kulturbereich oft gegeben sind." So habe auch die Wahlkommission keine einzige behinderte Fachperson enthalten.

Die Verfasser:innen und Erstunterzeichner:innen schließen konkrete Forderungen an, etwa "Bewerbungsprozesse, die sich gezielt an behinderte Menschen richten und bei denen Institutionen, Festivals etc. für Mehrkosten zur Beseitigung von Barrieren aufkommen". Der vollständige Brief ist hier einsehbar.

(making-a-difference-berlin.de / joma)

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