Sehenden Auges in der Finanzklemme 

Lüneburg, 24. Juli 2011. Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, appellieren Reiner Faulhaber, vier Jahre lang Geschäftsführer des Theaters Lüneburg, und Helmut Ebert, ehemaliger Oberstadtdirektor und ehemaliger Vorsitzender des Vereins Volksbühne Lüneburg, in einem offenen Brief an die niedersächsische Kultusministerin Johanna Wanka (CDU) und weisen auf die problematische Situation der Bühne in Lüneburg hin, der ohne weitere Zuwendungen aus Hannover möglicherweise eine Schließung bevorstehe, heißt es.

"Seit der Öffnung des Lüneburger Theaters nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1946 musste unser Haus stets um seine Existenz kämpfen, und das bisher mit Erfolg, weil die vielen Theaterfreunde in unserer Region, die kommunalen Theaterträger, das Land Niedersachsen und der Bund letztlich zu dem kleinsten Dreispartentheater in der Bundesrepublik in der dünn besiedelten Region Nordost Niedersachsen gestanden haben", so der offene Brief.

Beide appellieren an das Land, die Bühne auch jetzt nicht im Stich zu lassen. "Trotz entsprechender politischer Äußerungen hat das Land im Jahr 2006 in dem Subventionierungsvertrag den aus Tarifsteigerungen notwendigen finanziellen Mehrbedarf für das Personal unberücksichtigt gelassen, so dass das Theater sehenden Auges in eine Finanzlücke geraten musste."

Auf die prekäre Situation sei seitens des Theaters schon bei den 2006 geführten Vertragsverhandlungen ausdrücklich hingewiesen worden. Der damalige Minister Lutz Stratmann (CDU) versprach, dass man das Haus nicht im Regen stehen lasse, sollte es zu Problemen kommen. Jetzt sei das Theater an die Grenzen seiner finanziellen Möglichkeiten gekommen. Faulhaber und Ebert fordern Nachverhandlungen mit dem Land. "Während der dreijährigen Laufzeit des neuen Vertrages könnten Finanzierungslücken von rund 200 000 Euro jährlich entstehen, die nicht mehr von Stadt, Landkreis und Theater allein geschlossen werden könnten." Das Kultusministerium habe noch nicht reagiert.

(sik)

 
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