Medienschau: Tagesspiegel – Interview Sibylle Berg

"Ich glaube an Respekt, Freundlichkeit und Anarchie"

"Ich glaube an Respekt, Freundlichkeit und Anarchie"

17. Juli 2025. Seit einem Jahr sitzt die Schriftstellerin Sibylle Berg für Die Partei im Europaparlament. Wie versteht sie ihre Rolle dort, hat sie den "Fehler im System" schon gefunden – und was hat sie bislang erreicht?, fragt der Tagesspiegel.

Ihr erster Auftritt als Spitzenkandidatin der "Partei" habe klar gemacht, dass Sibylle Berg die Rolle als EU-Parlamentarierin "eher eigenwillig" interpretieren werde, schreibt die Interviewerin Barbara Nolte. Im schriftlich geführten Gespräch erklärt Berg, warum Ursula von der Leyen auch nach einem Jahr ihr Vertrauen nicht gewonnen hat und warum sie mit rechten Parlamentariern für den Misstrauensantrag gegen die Kommissionspräsidentin stimmte (die EU-Bürgerbeauftragte entdeckte "mafiöse Strukturen“ in von der Leyens Büro, so Berg ).

Überrascht hat die Autorin, wie viel Freude ihr das kollektive Arbeiten macht. In ihrem Büro gibt es dem Interview zufolge Sisalteppich und Sitzkissen, laut Berg eine "Hippielounge" statt Hierarchien.

Warum habe sie bislang nur eine einzige einminütige Rede gehalten?, fragt Nolte. Berg antwortet, es gebe kaum Redezeit für fraktionslose Abgeordnete, dafür aber 24 Amtssprachen. Und im EU-Parlament würden aufgrund des Zeitdrucks Reden nur abgespult und es gebe keine ernsthaften Debatten wie man sie aus anderen Parlamenten kenne.

"Ich arbeite lieber unauffällig im Verborgenen an der Zerschlagung des Systems", sagt Sibylle Berg im Interview – "Scherz. Würde ich nie machen". Langfristige Themen, an denen sie mit ihrem Team arbeite, sind Berg zufolge Armut, digitale Selbstverteidigung und "alternative Tools zu den amerikanischen Plattform-Datenstaubsaugern". 

Gesamteuropäisch seien "eigentlich die meisten Bereiche des gesellschaftlichen Lebens in einem nicht sehr guten Zustand", schließt Berg und nennt zum Beispiel Infrastruktur, Transport, Bildung, das Gesundheitssystem oder Vertrauen in demokratische Prozesse.

(Tagesspiegel / eph)

Kommentare  
Medienschau Sibylle Berg: Verrannt?
Traurig, wie Sybille Berg sich da verrennt. Abstimmungen mit Rechtsradikalen und der russische Angriffskrieg wird verharmlost, der Arbeitsnachweis besteht bisher aus einer Gruppen-Anfrage zum Thema Wolf und einer einmütigen Rede, die Sybille Berg im Interview selbst als sinnlos beschreibt. Jetzt soll die Arbeit ein Festival in der Volksbühne sein. Nach einem Jahr Arbeit, in dem ein mehrköpfiges Team beschäftigt wird. Sybille Berg hat es noch nicht mal geschafft, Lebenslauf und alle Angestellten in das Portal des Parlaments zu laden und wirft anderen mangelnde Transparenz vor. Alles irgendwie traurig.
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