Medienschau: taz – Dramatiker Amir Gudarzi im Interview

Verteidigung der demokratischen Verfassung

Verteidigung der demokratischen Verfassung

22. Juni 2024. Der Dramatiker Amir Gudarzi spricht in der taz über seine schriftstellerische Tätigkeit und schätzt die politische Lage im Iran und in Europa ein.

"Wenn es nach dem Regime gegangen wäre, hätte es nach der Revolution von 1979 eigentlich gar keine Kunst mehr geben dürfen", sagt Gudarzi im Gespräch mit taz-Kulturressortleiter Andreas Fanizadeh über den Iran. "Heute ist das Thea­ter in Iran so gut wie tot. Es gibt fast nur noch unkritisches Privattheater, künstlerisch ist das meistens eher unerheblich." Vieles gelte als "Mit dem Islam nicht vereinbar".

Zum Erstarken der Rechten in Europa wie in anderen Erdteilen äußert sich Gudarzi besorgt und schließt positiv an den Habermas'schen Begriff des "Verfassungspatriotismus" an, den Fanizadeh ins Gespräch bringt: "Auf die demokratische Verfassung kann ich mich in jeden Fall recht positiv beziehen. In Iran dauert der Kampf um eine solche jetzt schon über hundert Jahre an. Vor den Mullahs herrschte dort die Monarchie. In solchen Ländern hat man nie den Luxus einer demokratischen Verfassung erfahren. Es lohnt sich, diese hier zu verteidigen."

(taz.de / chr)

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