Medienschau: taz, FAZ – Zum SZ-Beitrag von Wolfram Weimer
Tief aus der bürgerlichen Mitte
Tief aus der bürgerlichen Mitte
6. Juni 2025. "Im tiefen Tal der Hufeisentheorie" titelt die taz, die Frankfurter Allgemeine Zeitung liest ein "Medley der bekanntesten Floskeln des Genres": Wolfram Weimers Gastbeitrag für die Süddeutsche Zeitung erhält Medienecho.
Alles in einen Topf
"Wird jemand mit Zensur oder Schlimmerem bedroht, oder wird ihm nur ein Sendeplatz bestritten?", fragt Dirk Knipphals in der taz (5.6.2025). Er wünscht sich eine Analyse des Einzelfalls, um zu entscheiden, ob jemand wirklich die Freiheit der Kunst und des Wortes verteidigen möchte. Vielleicht wird ja auch nur "ein Triggerpunkt bewirtschaftet, um Aufmerksamkeit zu generieren“?
Kulturstaatsminister Weimer unterscheide in seinem SZ-Beitrag nicht zwischen reaktionären und emanzipativen Anliegen, sondern "schmeißt alles in einen Topf". An das "Ungleichgewicht der jeweiligen Machtverhältnisse" verschwende er keinen Gedanken. "Links und rechts rücken bei Weimer sowieso zusammen, Hufeisentheorie, klar", so Knipphals. "Dass er hier selbst als Kulturkämpfer auftritt, scheint er gar nicht zu bemerken."
Schwer lesbar
"In einer Zeit, in der die Meinungsfreiheit täglich von knallharter Zensur bedroht ist, wirkt es immer absurder, sich über die sogenannte Cancel Culture aufzuregen", schreibt Harald Staun in der FAZ (6.6.2025). So lange eine linksliberale Mainstreamzeitung "so etwas" drucke, könne es nicht so schlimm um die Meinungsvielfalt bestellt sein. "Man kann wirklich nicht mehr hören, dass man nichts mehr sagen darf."
Lohnend sei die Lektüre des Gastbeitrags wegen Weimers stilistischer "Eigenwilligkeit", zitiert Staud zwei stilblütenreiche Sätze. Und wertschätzt die Überschrift der Agenturmeldung ("Weimer wettert gegen 'öko-sozialistische Empörungskultur'"), die ob der "bizarren Effekte(n) der Automatismen des Onlinejournalismus" einer gewissen Ironie nicht entbehre.
(FAZ, taz / eph)
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