Medienschau: taz – "Kultur in Zeiten goldener Toiletten"
19. August 2025. "Braucht man wirklich noch Hochliteratur, Opernhäuser, Geisteswissenschaften oder das Feuilleton, wenn sich niemand mehr dafür interessiert?", fragt der Literaturwissenschaftler Johannes Franzen in der taz und antwortet mit einem Krisenbefund: "Diese immer feindseliger vorgetragenen Fragen führen zu einem beflissenen, fast panisch anmutenden Spardiktat."
Kunst und Kultur erschienen vor dem Hintergrund einer wirtschaftlichen Misere "als Luxus einer absterbenden bildungsbürgerlichen Elite", die man nicht mehr alimentieren wolle. In der Polykrise der letzten zehn Jahre, geprägt von Pandemie, Krieg, Klimawandel und dem Aufstieg des Rechtsradikalismus, wurden "die Aufmerksamkeitsressourcen restlos aufgebraucht, die für Kunst und Kultur zur Verfügung stehen", schreibt Franzen. Und widmet sich in seinem Essay der programmatischen Kulturlosigkeit der neuen Eliten um Trump & Co., die, von ihrem Hass auf Kunst und Kultur motiviert, "die Scharade eines populistischen Antielitismus inszenieren".
"Damit ist auch die Kultur Opfer der Mischung aus Austerität und Marktglauben, die seit Längerem die Fundamente unserer Gesellschaft erodiert." Aber, so Franzen, es gebe Bereiche, in denen "kulturelle Energien freigesetzt werden". Ihnen sollten sich die Institutionen der Kunst und Kultur annähern.
(taz / eph)
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