Presseschau vom 10. Oktober 2015 – Berlins Regierender Bürgermeister und Kultursenator Michael Müller im Tagesspiegel-Interview zur Kulturpolitik der Hauptstadt
Die neuen Perspektiven gibt's am Gorki Theater
Die neuen Perspektiven gibt's am Gorki Theater
Berlin, 10. Oktober 2015. In einem langen Interview im Tagesspiegel (10.10.2015) mit Kultur-Ressortleiter Rüdiger Schaper spricht Berlins Regierender Bürgermeister und Kultursenator Michael Müller über die Lage der Dinge in der Hauptstadtkultur. Müllers gute Nachricht vorab: Berlin ist nach mageren Jahren langsam "in der Lage, in Infrastruktur zu investieren, auch im Kulturbereich."
Die Kinder- und Jugendtheaterszene profitiert von diesen Investitionen am wenigsten. Für das Grips Theater und das Theater Strahl werden kleine Zuschusserhöhungen in Aussicht gestellt. Das Gros der Geldmittelaufstockung geht an die Staatstheater und die freie Szene. Der Akzent des Gesprächs liegt auf der Neuordnung der Berliner Museumslandschaft, in der Müller das künftige Humboldt-Forum als "Bekenntnis für eine tolerante, weltoffene Metropole“ besonders hervorhebt.
Die Volksbühne war wichtig für das Zusammenwachsen der Stadt
Das Theatergesprächspart dreht sich erwartungsgemäß noch einmal um die Berufung von Chris Dercon an die Volksbühne, die dem künftigen Intendanten mit 2 Millionen Euro Startzuschuss versüßt wird. Von der Heftigkeit des Gegenwinds bei der Ernennung von Dercon zeigt sich Müller "überrascht, sie war nicht gerechtfertigt". Seine Reflexion des Falls: "Vielleicht wollten einige mal austesten, wie weit sie mit dem neuen Kultursenator und Regierenden Bürgermeister gehen können." Und weiter: "Es gab eine besondere Sensibilität für das Haus, denn es hat beim Zusammenwachsen der Stadt eine wahnsinnig wichtige Rolle gespielt."
Die neuen Themen Berlins sieht der Kultursenator eher am Gorki Theater beheimatet, respektive in seinen "Migrationsgeschichten". Müller: "Schauen Sie nur, mit welchen Fragestellungen das Maxim Gorki Theater arbeitet, wie das Ensemble sich dort zusammensetzt. Das ist Ausdruck einer neuen Phase in Berlin, von neuen Perspektiven auch in der Kulturszene."
(chr)
Mehr zur Berufung von Chris Dercon an die Volksbühne: der nachtkritik.de-Kommentar aus dem April 2015.
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