Presseschau vom 8. Oktober 2012 – Die Welt über die Theatersituation in Wuppertal
Nur bedingt geeignet
Nur bedingt geeignet
7. Oktober 2012. In Wuppertal herrscht eine paradoxe Situation, die Stefan Keim in der Welt am Sonntag schildert. Denn während das eigentliche Sprechtheaterhaus nicht mehr bespielt werden kann, sei das "kleine Schauspielhaus" in dessen Foyer "alles andere als repräsentativ". Das Opernhaus sei für Sprechtheater "nur sehr bedingt geeignet", werde zudem meist von Oper und Tanztheater belegt. Ab 2014 soll es eine neue Spielstätte geben, deren Kosten in Höhe von 1,5 Millionen Euro private Geldgeber zahlen, vor allem die Theaterfreunde. "Wie viele Zuschauer dort Platz finden werden, ist noch nicht ganz klar, es werden aber nicht mehr als 200 sein. Genug für das Schauspiel, finden alle Beteiligten, denn seit vielen Jahren sind die Besucherzahlen nicht mehr besonders eindrucksvoll."
Die Quote sei auch der Hauptgrund, warum Schauspielintendant Christian von Treskow gehen soll. "Viele werfen ihm vor, er mache ein zu elitäres Theater und keine Angebote für einen großen Teil des Publikums. Das sei längst zu privaten Bühnen abgewandert." Dabei sei es von Treskow gelungen, das zuvor profillos dahindümpelnde Schauspiel in Schwung zu bringen und jungen Zuschauern zu öffnen: "Er hat Regisseure mit starken Handschriften ans Haus gebunden und mit Inszenierungen wie 'Die Kontrakte des Kaufmanns' von Elfriede Jelinek sogar überregionale Akzente gesetzt."
Bis Frühjahr 2013 soll eine Findungskommission einen neuen Schauspielintendanten küren. "Dessen Aufgabe wird vor allem sein, mit dem Geld klar zu kommen. Ein Ensemble von zehn Schauspielern muss in Zukunft reichen." Pragmatiker seien gefragt, keine Künstlerintendanten – ein Anforderungsprofil, das sich bei "der Besetzung vieler Leitungsposten in den vergangenen Jahren bemerken" ließe.
(geka)
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