Noch'n Preis

22. November 2017. Der Film Das Kongo Tribunal des Schweizer Regisseurs Milo Rau hat als einer von fünf Filmen den mit 35.000 Franken dotierten Zürcher Filmpreis gewonnen. Das teilt die Stadt Zürich in einer Presseaussendung mit.

Der Dokumentafilm behandelt Raus gleichnamiges Theaterprojekt, das 2015 in den Berliner Sophiensälen stattfand. An drei Tagen verhandelte ein Geschworenengericht die Schuld westlicher Institutionen und Firmen an tatsächlichen Verbrechen in dem afrikanischen Land.

Milo Rau, geboren 1977 in Bern, arbeitet als Journalist, Übersetzer, Schriftsteller, Theater- und Filmemacher. Seine Theaterarbeiten werden dem Dokumentartheater zugeordnet. Er ist ebenso in der freien Szene wie an Stadttheatern tätig, u.a. am Staatsschauspiel Dresden, an der Berliner Schaubühne und am Theaterhaus Gessnerallee Zürich. Seit 2008 leitet er das International Institute of Political Murder (IIPM), das sich zur Aufgabe gemacht hat, den Austausch zwischen Film, Theater, bildender Kunst, Belletristik und Forschung auf dem Gebiet des Reenactments – der Re-Inszenierung geschichtlicher Ereignisse – zu intensivieren und theoretisch zu reflektieren. 2018 übernimmt er die künstlerische Leitung des Nationaltheater Gent.

Mehr zum Thema:

Eröffnungsrede zu "Das Kongo Tribunal" von Milo Rau (5/2015), auch auf Französisch

Kritik der Eröffnungsrede zu Milo Raus "Kongo Tribunal" von Esther Slevogt (5/2015)

 
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