Medienschau: Lausitzer Rundschau – Zur Nichtverlängerung des Senftenberger Intendanten

Planmäßiges Auslaufen?

Planmäßiges Auslaufen?

7. August 2025. "Warum hat das so lange gedauert?" fragt die Lausitzer Rundschau. Bereits vor zwei Monaten, also Anfang Juni, sei bekannt geworden, dass der Fünfjahresvertrag von Daniel Ris, Intendant der Neuen Bühne Senftenberg, nicht verlängert werde. Aber erst jetzt rückten die Entscheider endlich mit den Gründen raus.

Am 4. August habe der Zweckverband Neue Bühne Senftenberg endgültig beschlossen, den bis 2027 laufenden Vertrag von Intendant Daniel Ris nicht zu verlängern. Zur Begründung hätten Landrat Siegurd Heinze und Bürgermeister Andreas Pfeiffer angeführt, Daniel Ris habe aus ihrer Sicht das umfassende Anforderungsprofil der Position nicht erfüllt.

Auch sei die Zusammenarbeit mit Daniel Ris "angespannt" gewesen und habe sich von früheren Intendanten unterschieden. Laut Lausitzer Rundschau hat der Zweckverband "mehrere operative Probleme genannt: Rechtsverfahren, wachsende Personalkosten und Rückstellungen sowie aus Sicht der Träger unzureichendes Führungsverhalten". Auch von einem 'möglichen' Fördermittelschaden in Höhe von einer viertel Million Euro sei die Rede.

Kritik an der künstlerischen Arbeit von Daniel Ris weise die Mitteilung des Zweckverbands ausdrücklich zurück, so die Lausitzer Rundschau. Auch das gesellschaftliche und politische Engagement des Theaters werde begrüßt. Die Träger würden darüber hinaus betonen, "dass es sich nicht um eine Kündigung, sondern um das planmäßige Auslaufen eines befristeten Vertrages handele."

Unklar bleibt für die Zeitung dabei trotzdem, "warum ein künstlerisch erfolgreicher Intendant wegen möglicher Verwaltungsversäumnisse nicht verlängert wird – ohne dass zuvor transparente Aufarbeitung oder externe Prüfung öffentlich bekannt waren."

(sle)

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Medienschau Senftenberg: Frage
Wie kann es sein, dass in der Berichterstattung auf eine dritte Quelle zurückgegriffen wird – ausgerechnet eine Regionalzeitung, die mit provokanten, beinahe klatschpresseartigen Schlagzeilen arbeitet – anstatt auf die offiziellen Stellungnahmen von Stadt und Land beziehungsweise von Bürgermeister und Landrat? (siehe: https://www.osl-online.de/news/1/1088800/nachrichten/statement-landkreis-osl-und-stadt-senftenberg-zur-presseberichterstattung-zum-thema-theater-neue-b%C3%BChne-senftenberg.html)
Medienschau Senftenberg: Hinweis
Genau deshalb heißt diese Rubrik „MEDIENSCHAU“.
Medienschau Senftenberg: Vom Wollen
Es mag sein, dass es das eine oder andere Verwaltungsversäumnis am Senftenberger Theater gegeben hat. Aber dafür ist nicht der Intendant allein verantwortlich, sondern mit ihm die Geschäftsführung und das zuständige Kontrollorgan. Es ist am Ende eine Frage des Wollens: Gab es ein ehrliches Interesse seitens der Träger, die Probleme mit Ris gemeinsam zu lösen - oder hat man die Versäumnisse schweigend geduldet, um Argumente gegen ihn zu sammeln? Weil er auf einer anderen Ebene unbequem war.
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