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Schließungspläne für das Thalia Theater Halle: Stadt- und Theaterleitung wehren sich gegen die Kritik

Unseriös und unfair

Halle, 21. Oktober 2010. Nachdem unter der an die sachsen-anhaltinische Kultusministerin Birgitta Wolff gerichtete Petition gegen die Schließung des Thalia Theaters Halle auch ihr Name sowie der des Wirtschaftsministers Reiner Haseloff (beide CDU) erschienen, warf Halles Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados (SPD) beiden Politikern unseriöses und unfaires Verhalten vor. Wie theater.de weiter berichtet, zeigte sich auch der kulturpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Gerry Kley, irritiert über die öffentlichen Bekenntnisse der Kultusministerin zum Erhalt des Theaters.

Die Unterschriften seien "schlicht unseriös und unfair", sagte Szabados. Sie seien vor dem Hintergrund voran gegangener Gespräche zwischen der Kommune und dem Land völlig unverständlich. Einerseits würden den Kommunen die Zuweisungen für Theater und für die kommunalen Finanzen gekürzt und knallharte Konsolidierungsaufträge erteilt. Andererseits fielen Mitglieder der Landesregierung der Stadt "öffentlich, auf höchst populistische Weise in den Rücken. Dies darf nicht der Politikstil zwischen Land und Kommune sein".

Szaabdos verwies auf ein Gespräch mit der Kultusministerin, in dem diese eine Erhöhung des Landeszuschusses sowohl für die derzeitige, als auch für die neue Förderperiode ab 2013 abgelehnt habe. Die Ministerin habe vielmehr angekündigt, dass ab 2013 mit weiteren Kürzungen bei der Theater- und Orchesterförderung zu rechnen sei. Deshalb habe sie für die Entscheidung des Aufsichtsrates nicht nur Verständnis gehabt, sondern die Stadt aufgefordert, die Bündelung und Konzentration – auch zwischen den Bühnen des Landes und über die Landesgrenzen hinaus – zu überlegen.

"Öffentliche Unterzeichnungen einer Petition zum Erhalt des Thalia Theaters und Mittelkürzungen im vergangenen Jahr passen nicht zusammen", sagte Kley. Die Liberalen erwarten von Wolff, dass sie im Kulturausschuss darlegt, wie der Stadt Halle Mittel zum Erhalt des Theaters zur Verfügung gestellt werden können. "Wir werden sie nach ihrem Bekenntnis nicht aus der Pflicht lassen."

Die Kultur GmbH müsse die durch Tarifsteigerung entstehenden Mehrkosten aufbringen, was ohne Gegensteuerung bereits 2011/2012 zur Insolvenz des Unternehmens führen würde, sagte der Geschäftsführer Rolf Stiska. "Haustarifverhandlungen aufzunehmen und für den Fall des Scheiterns parallel die Schließung des Thalia Theaters vorzubereiten, ist wirtschaftlich die einzig verantwortungsvolle Vorgehensweise, das sollte gerade auch ein Wirtschaftsminister wissen", sagte der Kulturchef.

(theater.de / geka)

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Kommentare  
Schließungspläne Halle: Mehrkosten waren bekannt
das diese mehrkosten der kultur gmbh entstehen würden, weiß herr stiska seit 2008 siehe:

"Mit Beschluss des Stadtrates zur Überführung der städtischen Kultureinrichtung in die „Theater, Oper und Orchester GmbH“ vom November 2008 wurde der Geschäftsführer beauftragt dem Aufsichtsrat einen entsprechenden Vorschlag zur Erreichung des zum Jahr 2011 festgelegten Personalbestand vorzulegen, der im Übrigen durch sozialverträgliche Maßnahmen erreicht werden soll und den nicht künstlerischen Bereich betrifft. Solch ein Konzept wurde dem Aufsichtsrat nicht vorgelegt..."
quelle: http://www.openpetition.de/petition/zeichnen/schliessung-thalia-theater-halle-saale

der sinn der gründung dieser kultur gmbh war es, die hallenser theater und orchester zu einen und vor allem zu erhalten (...) rettet das thaliatheater halle!!!
Schließungspläne Halle: Hintergründe zum GmbH-Chef
Dieser Rolf Stiska kann scheinbar nicht wirtschaften:
http://www.sz-online.de/Nachrichten/Chemnitz/Stadtraete_sind_sauer_auf_General_Rolf_Stiska/articleid-575676
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