Gegenwart der Erinnerung - In Graz bringt Christiane Pohle eine Erzählung von Gert Jonke auf die Bühne

Wie die Köpfe mit uns umspringen

Pelléas und Mélisande - An der Volksbühne übt David Marton mit einem Hochkultur-Kreuzworträtsel nach Maeterlinck herzzerreißende Zivilisationskritik

Die Festung Kunst

von Esther Slevogt

Berlin, 14. Januar 2015. Die erste Szene trägt den Kern der Tragödie schon in sich. Ein Mann mit Pilzfrisur und verschossenem schwarzen Anzug tritt auf und nimmt an einem Flügel Platz. Rund um ihn herum unwirtliches Gelände: abgestorbenes Holz und blattlose Baumruinen – tote Natur, die man jedoch schnell vergisst, wenn der Mann mit der verklemmten Körpersprache Klavier zu spielen beginnt. Ein leidenschaftliches Klavierstück, Marke bürgerlicher Konzerthallenbombast, Klaviervirtuosenfutter comme il faut*. Auf keinen Fall jedoch Jean Sibelius und erst recht nicht Claude Debussy, die beide berühmte Musiken zu Maurice Maeterlincks verrätselt-symbolistischem Drama "Pelléas und Mélisande" geschrieben haben, das hier heute in der Volksbühne Premiere hat. Und während Jan Czajkowski noch versunken-genialisch in die Tasten haut, tritt eine überirdisch-verhuschte Blondine mit Mantel und Koffer auf den Plan. Sie legt ab und nimmt am Flügel Aufstellung, wie eine Sängerin, die gleich zu einer Arie anheben wird. Doch sie bleibt stumm und geht wieder ab. Denn die Musik, das ist die luzide wie komplex an diesem Abend verhandelte These des Musiktheaterregisseurs David Marton, ist eine Kulturtechnik der Privilegierten. Sie ist Macht-, ja am Ende sogar Mordinstrument. Perfektes Mittel außerdem, mit dem der sogenannte zivilisierte Mensch seine Triebe sublimiert und sich irgendwie auch die Gefühle abgewöhnt.

nach Franz Kafka
Regie: Viktor Bodó
Hamburg - 10. Januar 2015
Aachen - 10. Januar 2015
Witold Gombrowicz
Regie: Matthias Kaschig
Zürich - 10. Januar 2015
William Shakespeare
Regie: Veit Güssow
Hannover - 10. Januar 2015
Roland Schimmelpfennig
Regie: Burkhard C. Kosminski
Mannheim - 10. Januar 2015
Kiel - 09. Januar 2015
Stuttgart - 10. Januar 2015
Juliane Stadelmann
Regie: Daniela Kranz
Wien - 09. Januar 2015
Chur - 07. Januar 2015
Bremerhaven - 25. Dezember 2014
Frankfurt am Main - 21. Dezember 2014
Stuttgart - 20. Dezember 2014
Friedericke Mayröcker / Lesch Schmid
Wien - 20. Dezember 2014
Coburg - 20. Dezember 2014
Graz - 20. Dezember 2014
James Joyce
Regie: Luk Perceval
München - 19. Dezember 2014
David Gieselmann
Regie: Christian Brey
Frankfurt am Main - 19. Dezember 2014
Essen - 18. Dezember 2014
Zürich - 18. Dezember 2014
Wien - 18. Dezember 2014
Mannheim - 17. Dezember 2014
Chris Rapley und Duncan Macmillan
Regie: Katie Mitchell
Hamburg - 17. Dezember 2014
Berlin - 14. Dezember 2014
Kassel - 13. Dezember 2014
Bern - 14. Dezember 2014
Luzern - 13. Dezember 2014
Wien - 14. Dezember 2014
Arthur Schnitzler
Regie: Jette Steckel
Berlin - 12. Dezember 2014
Nina Gühlstorff, Laurenz Leky und Thomas Rustemeyer
Regie: Nina Gühlstorff
Stuttgart - 12. Dezember 2014
Jonas Lüscher
Regie: Ulrike Arnold
Wiesbaden - 13. Dezember 2014
Molière
Regie: Moritz Sostmann
Köln - 12. Dezember 2014
Dresden - 12. Dezember 2014
Kulunka Teatro
München - 13. Dezember 2014

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