Mephisto - Am Neuen Theater in Halle adaptiert Henriette Hörnigk Klaus Manns Gründgens-Roman

Der Pfau auf dem Laufsteg

Krieg und Frieden - In Würzburg kündigt Malte Kreutzfeldt eine Tolstoi-Aktualisierung nur an

Napoleons Schlafgewohnheiten

von Elisabeth Michelbach

Würzburg, 11. April 2015. Würde man den Menschen das Blut aus den Adern lassen und sie stattdessen mit Wasser füllen, hätte das Blutvergießen ein Ende, gäbe es keinen Krieg mehr – so eine Figur in Malte Kreutzfeldts Inszenierung von Tolstois "Krieg und Frieden" am Würzburger Mainfranken Theater. Das Risiko dieses Plans besteht freilich in der Gefahr der Verwässerung und Blutleere. Und so wünschenswert das Ende aller Kriege ist, sind es doch die Konflikte, die Theaterstoffe prägen, ihnen Dramatik verleihen. Nun ist es nicht so, dass in Kreutzfeldts Inszenierung des Monumentalepos wenig gekämpft, geschossen und gestorben würde – es ist das Warum und Wieso, die Geschichte des Gemetzels und damit sein dramatisches Potential, das in Würzburg trotz Unmengen an Kunstblut blutleer bleibt.

The Dark Ages - Milo Rau montiert im zweiten Teil seiner Europa-Trilogie am Residenztheater Schauspieler-Biografien zu einer Collage aus Vertreibungs- und Verlusterfahrungen

Das Leben ist nicht weitergegangen

von Sabine Leucht

München, 11. April 2015. Das Konzert danach ist fast Pflicht für Premierenbesucher, denn bevor Laibach die Bühne des Residenztheaters mit elektromusikalischem Bombast und Pixeln füllen, die sich zu dramatischen Landschaften oder zum Skelett einer kippenden Galeere fügen, zeigt Milo Rau noch einen Film: Darin sieht man die Gesichter der Schauspieler, die eben schon im benachbarten Marstall zugleich in Fleisch und Blut wie auf Screens zu beschauen waren. Per Konserve bauen sie nun eine Brücke zur Kultband, die gerne mit der dunklen Seite der Macht kokettiert. "Deutsche! Europäer!", rufen diese talking heads markig. "Europa muss deutsch sein, oder es wird nicht sein!" Dazu passt, dass die slowenischen Gäste von Laibach kurz darauf die erste Strophe der deutschen Nationalhymne verfremden. Die Sätze docken auch an die Aufführung davor an, in der es fünffach um Kriegs- und Entwurzelungserfahrungen ging, fünffach um den Verlust des Vaters und vieler anderer Lieben – und eben um fünf unterschiedlich gebeutelte Europäer.

Die göttliche Komödie - Sebastian Baumgarten inszeniert am Schauspiel Köln Dante als Fiebertraum

Fahrstuhl in die Hölle

von Dorothea Marcus

Köln, 12. April 2015. "Via Mala", schlechter Weg, prangt in Gothic-Kitschlettern über dem grandiosen zweistöckigen Endzeit-Bürokomplex von Thilo Reuther, der Profanes, Pathetisches und Politisches perfekt abmischt. Aber gibt es überhaupt schlechte Wege auf diesem Selbstfindungstrip eines Dichters, als den Regisseur Sebastian Baumgarten Dantes "Göttliche Komödie" anlegt? Auf einem Plakat kreuzen sich zwei Maschinengewehre vor arabischer Schrift, ein Autowrack mit Kreuzritter-Abzeichen steht davor, daneben ein Kasten mit Schnee, der langsam vor sich hin schmilzt. Die Fenster sind entweder geheimnisvoll verschlossen oder es schwimmen bedrohlich-bedrängt fette Video-Haie dahinter.

Jean Genet
Regie: Bastian Kraft
Zürich - 11. April 2015
Fritz Kater
Regie: Armin Petras
München - 10. April 2015
Potsdam - 10. April 2015
Jörn Klare
Regie: Kathleen Draeger
Nürnberg - 10. April 2015
Wajdi Mouawad
Regie: Gustav Rueb
Kassel - 10. April 2015
Basel - 09. April 2015
nach Johann Wolfgang Goethe
Regie: Vorschlag:Hammer
Berlin - 09. April 2015
Simon Mayer
Regie: Simon Mayer
Wien - 09. April 2015
Hof - 05. April 2015
Leo Tolstoi
Regie: Antú Romero Nunes
Wien - 02. April 2015
Rodrigo García
Regie: Claudia Bosshard
Bern - 01. April 2015
Carl Sternheim
Regie: Milan Peschel
Heidelberg - 29. März 2015
Simon Solberg
Regie: Simon Solberg
Köln - 28. März 2015
Wien - 28. März 2015
Dresden - 28. März 2015
Oberhausen - 27. März 2015
Feridun Zaimoglu & Günter Senkel
Regie: Christian Stückl
München - 27. März 2015
Tennessee Williams
Regie: Sebastian Nübling
München - 28. März 2015
Frankfurt am Main - 27. März 2015
Walter Hasenclever
Regie: Oliver Vorwerck
Konstanz - 27. März 2015
frei nach Philipp K. Dick und Ridley Scott
Regie: Klaus Gehre
Saarbrücken - 28. März 2015
Julia Roesler
Regie: Julia Roesler
Braunschweig - 27. März 2015
Berlin - 28. März 2015
nach Günter Grass
Regie: Luk Perceval
Hamburg - 28. März 2015
Zürich - 26. März 2015
München - 25. März 2015
Köln - 25. März 2015
Zürich - 22. März 2015
Plauen-Zwickau - 21. März 2015
Anton Tschechow
Regie: Anna Bergmann
Karlsruhe - 20. März 2015
Alvis Hermanis
Regie: Alvis Hermanis
Zürich - 20. März 2015
Johann Wolfgang Goethe
Regie: André Bücker
Dessau - 20. März 2015

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