Medienschau: Spiegel, Tagesspiegel – Mobbingvorwürfe gegen Maskenchefin des Berliner Ensembles
Ständige Verfügbarkeit
Ständige Verfügbarkeit
9. März 2025. Der Spiegel berichtet von Mobbingvorwürfen gegen die Chefin der Maskenabteilung des Berliner Ensembles. Besonders gegenüber Müttern soll es zu Fällen von Machtmissbrauch durch die Abteilungsleiterin gekommen sein, schreibt das Magazin in seinem Recherchetext.
Dafür hat es laut eigenen Angaben mit sechzehn ehemaligen und aktuellen Angestellten gesprochen, die vor allem vom Druck ständiger Verfügbarkeit, teilweise auch von Herabwürdigungen und Schikanen berichten.
Dem Tagesspiegel, der die Spiegel-Recherche aufgegriffen hat, liegt ein Statement des Berliner Ensembles zu den Vorfällen vor. Sie kenne die Situation in der Abteilung "Maske" und habe die geschilderten Fälle von Anfang an sehr ernst genommen, äußert die Geschäftsführung des Hauses unter der Intendanz von Oliver Reese gegenüber der Zeitung. Es seien "gezielte Maßnahmen ergriffen" worden, "um eine Besserung der Situation herbeizuführen".
Die gesamte Spiegel-Recherche finden Sie in der aktuellen Ausgabe am Kiosk, den Tagesspiegel-Artikel hier.
(Der Spiegel / Tagesspiegel / cwa)
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Leider wäre die Maskenchefin des BE, wenn die Vorwürfe stimmen, nicht die einzige weibliche Vorgesetzte, die es jungen Frauen und vor allem Müttern schwer macht, weil: warum sollen die es leichter haben als ich früher.
Der Kommentar @1 basiert jedenfalls auf viel Meinung und wenig Kenntnis.
Die Frage ist auch, ob und wie man aus dem Einzelfall eines missbräuchlichen Verhaltens ein Problem für das ganze Theater (also für das BE und für das Theatersystem insgesamt) machen sollte. Thomas Schmidt ist immer schnell dabei, alles auf die Struktur zu schieben. Es mag insoweit stimmen, als dass die Struktur bessere Kontrollmechanismen braucht. Im Grunde ist sie aber auch immer noch recht effizient. Schlecht besetzte Führungspositionen können sie allerdings massiv stören, ja regelrecht zum Einsturz bringen. Und das muss unbedingt verhindert werden!
Zweitens: Wenn eine Bühne versucht, sich nach außen als Frauenversteher zu verkaufen, dann dürfte man auch erwarten, dass sie sich nach innen an gewisse Regeln hält, die nach außen hin propagiert werden.
Inwieweit sich die Chefin der Abteilung am BE persönliche Verfehlungen zu Schulden kommen lässt und ob sie einzelne Personen ungerecht behandelt, das vermag man als Außenstehender nicht einzuschätzen. Aber das ganze zu so einem Riesen-Artikel hochzupushen, der in unserer skandalgeilen Mediengesellschaft überall nachgedreht wird und wieder als Sinnbild für das Theaterunterdrückungssystem als Ganzes herhalten muss, finde ich schwierig. Ich nehme an, dass auch Medien wichtige Termine neu besetzen und Kolleg*innen aus der Freizeit zurückholen, wenn jemand anders, der dafür eingeteilt wurde, ausfällt. Es ist wie ein Ehrenkodex am Theater, dass jede und jeder alles dafür tut, dass eine Vorstellung möglichst nicht ausfallen muss. Das kollegial miteinander zu organisieren, ist die große Herausforderung.
Eine Vorstellung kostet übrigens 80-100€ an Babysitterkosten in einer Großstadt wie Belrin ,wenn man jetzt nur 4 mal die Woche arbeitet ( was wenig wäre) sind das schnell 320€ die Woche mal 4 sind 1280€ im Monat mit einem Nettogehalt von durchschnittlich 2500-3000€, dazu eine Wohnung in Berlin unter 1300€ zu finden schon ein Wunder, wie soll man das stemmen ? Warum gibt es zum Beispiel keine Kooperation von BE, DT und Friedrichstadtpalast, die Betreuung für Alleinerziehende oder Mitarbeitende mit Kindern anbieten ? Jetzt kommt bestimmt „in anderen Berufen gibt’s das auch nicht“ und ist das gut ? Nein ! Dann lasst uns das Theater doch zum Vorreiter machen. Oder um den „Augen auf bei der Berufswahl“-Kommentaren vorzugreifen. Es ist 2025, Altersatmut ist vor allem bei Frauen mit Kindern vertreten, wenn uns das Sorge bereitet müssen wir etwas ändern ! Verantwortung übernehmen! Da sind die Leitungen in der Pflicht das nicht nur auf der Bühne zu präsentieren, sondern auch zu leben! Also liebe Intendant*innen zögert nicht, sondern schafft die Arbeitsbedingungen, dass Alleinerziehende ohne Existenzängste bei euch arbeiten können !
Ein*e Chirurg*in, alleinerziehend, verdient realistisch gesehen das Doppelte und kann Betreuungskosten von 1200-1500€ noch eher zahlen ( die übrigens realistisch sind hat man Abendproben und Vorstellungen) und sich dazu eine zwei Zimmer Wohnung leisten. Aber viel wichtiger, warum spielt man die Berufe gegeneinander aus ? Beide Situationen sind ungeil und unfair und es sollte Betreuung geben.
@ #14 ich weiß worauf ich mich eingelassen habe, aber finde, dass wir Lösungen finden müssen, wie wir Alleinerziehende nicht indirekt aus dem Theaterberufen mobben und finanziell gegen die Wand fahren lassen !
Und diese Illusion dass bessere und inklusive Arbeitsbedingungen die „Kunst“ verschlechtern ist einfach an den Haaren herbeigezogen und wird nur gebracht, damit man die Strukturen nicht anpacken muss. ohne Existenzängste arbeitet es sich immer besser. Wir reden nicht von Komfort, sondern von der Absurdität dass eine Theaterkarte ca. 40-60€ kostet, aber Alleinerziehende für die selbe Vorstellung ebenfalls 80€ babysitter*innenkosten oder mehr zahlen müssen, um ARBEITEN zu können.
Wie kann man nur ganz normale Arbeitnehmerrechte mit Work-Live-Bealance-Terrorismus vergleichen ?
Wenn diese "Traditionalisten" nach mehr Ketten schreien sollte man Ihnen zum Selbstschutz die Gelder kürzen, denn mit Utopie hat das nichts zu tun, sondern eher mit Besitzstandswahrung.
Wer der Überzeugung ist, dass mit endlos mehr Selbstgeißelung ein immer höheres Niveau an Kunst und Exzellenz zu erreichen sei, der arbeite ab sofort pro bono.
Z.B. auf Konzeptionsproben, wenn ein*e Schauspieler*in die Möglichkeit von langen Proben (an Stelle von geteilten Proben) anspricht - was (vor allem in der Nicht-Bühnenprobenphase) dann auch oft von Ensemble und Regie dann so gemeinsam beschlossen wurde. Auch die Anzahl der Samstagsproben wurde oft so besprochen.
Einander zuzuhören geht in alle Richtungen - so ist es z.B. auch nicht gut, wenn Leitungsdienste am Wochenende immer diejenigen machen sollen, die keine Familie haben.
Dass z.B. eine Maskenbilderin, die alleinerziehend ist, nicht einfach sehr kurzfristig für eine Abendvorstellung einspringen *kann* (selbst, wenn eine grundsätzliche Flexibilität als Teil ihres Berufs empfindet), erscheint mir sehr logisch.
Hier sollte dann ein Haus reagieren, wenn es einfach zu wenig Maskenbildner*innen hat - z.B. durch einen Pool von Aushilfen, die von vorneherein eines solchen Kurzfristigkeit zugestimmt haben, oder durch eine Klausel, dass es für Schichten außerhalb des Dienstplanes eine längere Vorlaufzeit geben muss.