Gorki - Alternative für Deutschland?
Im Verunsicherungshochstand
von Esther Slevogt
Berlin, 15. März 2018. Am Anfang denkt man, das Berliner Gorki Theater hat sich den Regisseur Oliver Frljić fürs Diskurscontrolling ins Haus geladen. Sechs Schauspieler*innen, nämlich Mehmet Ateşçi, Mareike Beykirch, Svenja Liesau, Falilou Seck, Nika Mišković und Till Wonka, stehen vor dem Eisernen Vorhang, auf dem fett und im Corporate Design des Hauses "Mut zur Wahrheit" steht. Sie fangen an, ein paar signifikante Präliminarien des Theaters zu zitieren: zum Beispiel, dass hier bei Bewerbungen ausdrücklich Menschen "mit Migrationshintergrund" erwünscht sind und möglicherweise sogar bevorzugt behandelt werden. Das Gorki Theater nämlich verstehe sich als Stadttheater, das Berlins Diversität widerspiegele.
Bilder von uns - Claudia Bossard inszeniert in Graz die österreichische Erstaufführung des Stücks von Thomas Melle über Kindesmissbrauch im Jesuitenkolleg
Das Gedächtnis ist ein gnädiges Organ
von Reinhard Kriechbaum
Graz, 14. März 2018. Dem Rotstift sind die Frauenfiguren zum Opfer gefallen. Alle drei. Und es sind manche Situations- und Handlungsschilderungen gestrichen worden, denn Claudia Bossard will ihre Grazer Inszenierung von Thomas Melles Stück "Bilder von uns" wirklich auf das zentriert wissen, was ihrer Meinung nach den Nukleus ausmacht: die Manns-Bilder der Mannsbilder. Diese heraus zu schälen bedarf es, so scheint ihre These, keiner Katalysatoren. Und der Stichwortbringerinnen schon gar nicht.
Die Attentäterin - An den Münchner Kammerspielen inszeniert Amir Reza Koohestani nach dem Roman von Yasmina Khadra
Wie konntest Du töten wollen?
von Shirin Sojitrawalla
München, 9. März 2018. Dass der Erkenntnisgewinn an diesem Abend gegen Null tendiert, liegt weder an dem Roman von Yasmina Khadra noch an der Inszenierung von Amir Reza Koohestani, sondern am gefühlt schon immer währenden Konflikt zwischen Israel und Palästina. Alle Argumente sind seit Ewigkeiten ausgetauscht, Frontlinien und Ausweglosigkeiten klar, Frieden nicht in Sicht. Die Hoffnung stirbt angeblich zuletzt, davor aber gibt und wird es Tote geben.
Regie: Lutz Hillmann
Regie: Timofej Kuljabin
Regie: Gerd Heinz
Regie: Sebastian Nübling
Regie: Christian von Treskow
Regie: Volker Lösch
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