Gog/Magog 3: Israel - Im Berliner Theaterdiscounter inszenieren Internil eine vierteilige Serie zu politischer Propaganda
Postfaktische Textparade
Muttersprache Mameloschn - Sara Ostertag versieht Sasha Marianna Salzmanns Stück am Kosmos Theater Wien mit Musik und Tanz
Ich frag doch nur
von Andrea Heinz
Wien, 5. Dezember 2017. Die Rollen fallen vom Himmel in Sara Ostertags Inszenierung von "Muttersprache Mameloschn" – oder zumindest vom Schnürboden des Wiener Kosmos Theater. Ein Packen Papiere, auf denen etwa geschrieben steht: "Die Tochter". Oder: "Die Tochter der Tochter". Oder auch: "Das Kind des Kindes". Sasha Marianna Salzmanns Stück, 2013 mit dem Mülheimer Publikumspreis ausgezeichnet, erzählt von drei Frauen, und es erzählt vor allem davon, wie schwierig, wie kompliziert, wie schön es ist, eine Mutter zu haben, Mutter zu sein: Da ist die Großmutter Lin, KZ-Überlebende und überzeugte Kommunistin, die in die DDR ging, um dort einen sozialistischen Staat aufzubauen. Clara, ihre Tochter, die mit dem Kommunismus, dem Judentum, mit ihrer Mutter hadert. Rahel, die Tochter der Tochter, die nach New York gehen möchte und sich eher mit ihrer ganz privaten, nämlich ihrer sexuellen Identität beschäftigt als mit Ideologie oder Religion. Außerdem gibt es Davie, Rahels Zwillingsbruder, den die Familie an einen Kibbuz verloren hat. Und dann wären da noch: Wut, Schuld, Verletzungen und Vorwürfe, zu viel Reden, wo Schweigen angebracht wäre, und Schweigen, wo ein Wort helfen würde, außerdem eine ganze Menge Liebe und (Über-)Fürsorge – was es in Familien eben so gibt.
Das Missverständnis – Jürgen Kruse mixt am Deutschen Theater Berlin aus Albert Camus' Farce ein nihilistisches Schauermärchen mit deutsch-deutschen Geschichtszeichen
Toter Engel der Geschichte
von Christian Rakow
Berlin, 3. Dezember 2017. Schon wieder stirbt jemand an vergiftetem Tee. Gestern schon in den Zofen von Jean Genet, heute im "Missverständnis" von Albert Camus. Es ist das Existenzialismus-Wochenende des Deutschen Theaters. Nur dass man bei Regisseur Jürgen Kruse natürlich nicht ganz sicher sein kann, ob den armen Camus-Protagonisten Jan nun eigentlich der Tee umgebracht hat, oder doch der reichlich herumstehende Wein. Aus der Teetasse fließt ihm jedenfalls Kunstblut über den Kopf.
Regie: Viktor Bodo
Regie: Árpád Schilling
Regie: Friederike Heller
Regie: Dominic van Gunten
Regie: Studio Braun
Regie: Philipp Preuss
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