Der Kirschgarten - Zur Eröffnung der neuen Freiburger Intendanz inszeniert Amir Reza Koohestani Anton Tschechow mit anderem Text und in anderem Ambiente
Kirschlolli-Paradies
von Jürgen Reuß
Freiburg, 20. Oktober 2017. Übern roten Teppich unter prachtvollem Baldachin hindurch geht's in den runderneuerten Schlund unterm Theater. Hinter der Theke schenkt Freiburgs neuer Intendant Peter Carp freigebig Kirschbowle aus, auf den Tischen stehen Kirschlollies. Statt einer Spielzeit könnte hier auch ein Club neueröffnet werden.
Feminista, Baby! - Tom Kühnel und Jürgen Kuttner konfrontieren am Deutschen Theater Berlin einen männlichen Cast mit Valerie Solanas radikal-feministischem SCUM Manifesto
Nehmt's wie ein Mann und verschwindet!
von Elena Philipp
Berlin, 20. Oktober 2017. Das Leben in der heutigen Gesellschaft? Ein einziger Stumpfsinn. Nichts von Interesse. Was bliebe aufgeklärten, verantwortungsbewussten und sensationsgierigen Frauen anderes übrig als "die Regierung zu stürzen, das Geldsystem abzuschaffen, die umfassende Automation einzuführen und das männliche Geschlecht zu vernichten"? Männer vernichten? Das sitzt. Oder? Was uns das "SCUM Manifesto" von Valerie Solanas – ein radikal-rotziger feministischer Text von satirischer Schärfe – fünfzig Jahre nach seiner Entstehung noch zu sagen hat, testet das bewährte Regie-Duo Tom Kühnel und Jürgen Kuttner in den Kammerspielen des Deutschen Theaters Berlin. Mit einem rein männlichen Schauspielaufgebot. Und Songs von Christiane Rösinger mit Andreas Spechtl.
Hundesöhne - Nurkan Erpulat inszeniert Ágota Kristófs Romantrilogie über Entfremdung und Exil am Maxim Gorki Theater Berlin
In der Einsamkeit der Baumwollwäsche
von Simone Kaempf
Berlin, 18. Oktober 2017. Als große Erzählung von Exil und Entfremdung ist der Abend angekündigt. Als eine Geschichte vom Verlust von Identität, Zugehörigkeit, Heimat. Und dass sich Nurkan Erpulat am Maxim Gorki Theater dieses Stoffes annimmt, ja da geht man sofort mit, das leuchtet ein für dieses Haus, das sich das Austarieren von Themen wie Flucht, Heimatverlust und die Folgen auf die Fahnen schreibt. Und Erpulat will einen auf den ganz langen Weg mitnehmen: durch alle drei Romane von Ágota Kristóf, von der Kindheit der beiden Zwillinge aus dem berühmt gewordenen ersten Roman "Das große Heft" bis hin zu ihrer unglücklichen Wiederbegegnung 40 Jahre später im dritten Teil.
Homo Faber - In Chemnitz erzählt Hasko Weber schnörkellos vom fehlbaren Menschsein
Leer wie der Erinnyenschädel
von Tobias Prüwer
Chemnitz, 14. Oktober 2017. Und los. Wer braucht schon eine Einleitung? Spot on und ohne Umschweife geht Walter Faber in medias res, gelangt zum schmerzhaften Punkt: Das kann doch alles nur Zufall sein. Eingerahmt von glänzender Metalloptik versichert er sich und dem Publikum, dass er gar nicht anders handeln konnte, sein schreckliches Tun aber dennoch eine Aneinanderkettung von Ereignissen, kein Schicksal war. Dieser "Homo Faber" verzweifelt über den Malus, als Mensch sein Menschsein nicht maschinen-analog regulieren zu können. Hasko Weber hat Fabers "Bericht“ mit Präzision und leiser Wucht in Chemnitz inszeniert.
Regie: Marko Timlin, Tonio Kleinknecht
Regie: Bernadette Sonnenbichler
Regie: Kathrin Mädler
Regie: Nature Theatre of Oklahoma
Regie: Anta Helena Recke (nach Anna-Sophie Mahler)
Regie: Till Müller-Klug, Lajos Talamonti, Nina Tecklenburg
Regie: Donald Berkenhoff
Regie: Marlene Monteiro Freitas
Regie: Frank Castorf
Regie: Victor Bodó
Regie: Cornelia Crombholz
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