Der Zauberberg - Alexander Eisenach inszeniert Thomas Manns Kurgäste im Grazer Schauspielhaus als eine in Höhenluft entrückte Menagerie
Im letzten Röcheln des Fin de siècle
von Reinhard Kriechbaum
Graz, 12. Januar 2018. Wie Donald Trump sich auch äußern wird, wenn er bald in Davos beim Weltwirtschaftsforum aufkreuzt: Man darf davon ausgehen, dass es entschieden weniger Wörter sein werden, als Thomas Mann sie seinen Protagonisten auf dem "Zauberberg" in den Mund gelegt hat. Auch wenn's ziemlich postfaktisch zugehen mag da wie dort. Und keine Sorge: Wenn auch "Der Zauberberg" in etwa vier Mal mehr Seiten hat als eine derzeitige Twitter-Nachricht Buchstaben – in der Strichfassung von Alexander Eisenach, die im Grazer Schauspielhaus zur Uraufführung kam, bleibt sehr viel Thomas Mann übrig. "Im Handumdrehen werden wir mit der Geschichte nicht fertig werden", das gilt für Theater und Buch. Und sage keiner, er wäre in den ersten fünf Minuten nicht gewarnt worden.
Pink Mon€y - Queeres Club-Theater von Antje Schupp, Kieron Jina, Mbali Mdluli und Annalyzer in der Kaserne Basel
Segen der Queerness
von Maximilian Pahl
Basel, 9. Januar 2018. "Je mehr Geld du hast", sagt der südafrikanische Choreograph Kieron Jina, "desto schwuler darfst du sein." Und je schwächer pigmentiert die Haut, desto ungefährlicher die Homosexualität, immer noch. Der Tänzer spricht solche Sätze inmitten einer Party, die dadurch keinesfalls abflaut – und die eine ganz kluge Performance ist: "Pink Mon€y" spielt sich in einem Nachtclub ab und so werden die Zuschauer als allererstes in einem Wartezimmer etwas verunsichert und eingereiht, bis Antje Schupp sie nacheinander durchwinkt.
Heimwärts - Am Volkstheater Wien bringt Pınar Karabulut Ibrahim Amirs neuestes Stück zur Österreichischen Erstaufführung
Heimat ist immer woanders
von Veronika Krenn
Wien, 5. Januar 2018. Mit "Habe die Ehre", einer erfrischend unkorrekten Komödie über Ehrenmorde, erregte der syrisch-kurdische Arzt und Autor Ibrahim Amir in Wien erstmals Aufsehen. Für einen kleinen Skandal sorgte später, dass die Uraufführung seiner dystopische Komödie "Homohalal" am Wiener Volkstheater kurzfristig abgesagt wurde. Zum Höhepunkt der sogenannten Flüchtlingskrise sei eine Dystopie kein geeignetes Mittel zur Auseinandersetzung mit dem Thema, ließ das Theater in einer Presseaussendung wissen. "Heimwärts" (hier die Nachtkritik von der Kölner Uraufführung) ist neben einem Auftragswerk das erste der beiden Stücke Amirs, die das Volkstheater stattdessen zeigt. Politisch nur halb so brisant charakterisiert es Heimat in einem bunten Roadmovie voller prekärer Identitäten als Phantasma, das sich verflüchtigt, sobald man sich ihm nähert.
Regie: Jacob Suske
Regie: Dušan David Pařízek
Regie: Christian Weise
Regie: Gordon Kämmerer
Regie: Klaus Kusenberg
Regie: Paula Thielecke und Sören Hornung
Regie: Stephan Kimmig
Regie: Marie Bues
Regie: Barbara Falter
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