Ministrant oder Agnostiker?

von Martin Krumbholz und Sascha Westphal

21. März 2019. Kritik heißt Beschreiben, Interpretieren, Werten, Einordnen, Empfehlen, mitunter auch Ausmisten. Und Kritik heißt Innehalten können, die eigenen Maßstäbe befragen. Diesem Innehalten dient die kleine nachtkritik.de-Reihe "Positionen der Kritik", in der in loser Folge Texte zur Praxis der gegenwärtigen Theaterkritik erscheinen. Martin Krumbholz und Sascha Westphal sind als Kritiker für diverse Medien tätig und sie sind feste Größen im Autorenstamm von nachtkritik.de in Nordrhein-Westfalen. Im Anschluss an die jüngste Bochumer Herbert Fritsch-Inszenierung ("Philosophie im Bourdoir") trafen sie sich zum Streitgespräch.

Die problematische Mitte

Bianca Klose im Interview mit Matthias Dell

11. März 2019. Mitte Februar hat die Berliner Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus (MBR) gemeinsam mit Ulrich Khuon, Intendant des Deutschen Theaters (DT) und Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke), eine Handreichung "Zum Umgang mit dem Kulturkampf von rechts" vorgestellt. Die Broschüre entstand als Folge eines gestiegenen Beratungsbedarfs in den letzten beiden Jahren: Theater und andere Kulturinstitutionen sehen sich immer häufiger Angriffen von rechten Akteur*innen ausgesetzt. Vom inflationären Gebrauch parlamentarischer Anfragen durch die AfD bis zu Bombendrohungen reicht das Spektrum der Störaktionen. Die Broschüre erntete Lob für ihren Ratgeberteil, aber auch starke Kritik für ihre theoretischen Positionsbestimmungen und die Einschätzung, der "Kulturkampf von rechts" werde bereits in den Feuilletons der großen Zeitungen geführt. Die Bro­schü­re mache letztlich kei­nen Un­ter­schied "zwi­schen kon­ser­va­ti­ven, li­be­ral­kon­ser­va­ti­ven, rechts­ex­tre­men, ras­sis­ti­schen, Gen­der­theo­rie-skep­ti­schen oder rechts­po­pu­lis­ti­schen Po­si­tio­nen", urteilte die Wochenzeitung "Die Zeit". Im theoretischen Teil der Broschüre wurde fälschlicherweise behauptet, Zeit-Autor Ul­rich Grei­ner ha­be die zu­wan­de­rungs­kri­ti­sche "Er­klä­rung 2018"un­ter­zeich­net. Der Fehler wurde umgehend korrigiert und bedauert. Im Interview mit Matthias Dell erklärt sich MBR-Geschäftsführerin Bianca Klose und spricht über ihre Sicht auf die Presse-Reaktionen.

Vivat, Frank von Senftenberg!

von Michael Wolf

Berlin, 7. März 2019. nachtkritik.de-Redakteur Michael Wolf hat in jahrelanger akribischer Archivarbeit die Ursprünge des teutschen Regietheatertrauerspiels untersucht. Die Früchte seiner Forschung gibt's zuerst hier auf nachtkritik.de, demnächst dann in der Encyclopædia Britannica.

Wilmersdorfer Witwen und Kulturkampf

1. März 2019. "Fahr mal wieder U-Bahn, dann ahnst'e, wie das Leben läuft": Diesem Liedtext folgt "Der Theaterpodcast" – in die Inszenierung "Linie 1" am Berliner Kinder- und Jugendtheater GRIPS, das in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiert. In Folge #12 geht es zudem um die Frage, ob sich das Theater in einen von rechtsnationalen Kräften erklärten "Kulturkampf" verwickeln lässt.