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Begriff Definition
Oberender, Thomas

Thomas Oberender, 1966 in Jena geboren, ist Autor und Dramaturg und Intendant der Berliner Festspiele.

Oberender, der 1999 an der Berliner Humboldtuniversität über Botho Strauß promovierte, war ab 2000 unter Matthias Hartmann leitender Dramaturg am Schauspielhaus Bochum und wechselte mit Hartmann 2005 ins Leitungsteam des Züricher Schauspielhaus. Jürgen Flimm holte ihn 2006 als Schauspieldirektor nach Salzburg. 2007 war Oberender der Wunschkandidat des damaligen Berliner Kultursenators Thomas Flierl für die Intendanz des Deutschen Theaters, was am Widerstand Klaus Wowereits scheiterte und Oberender seine Kandidatur daraufhin zurückzog. 2008 geriet Oberenders Salzburger Zusammenarbeit mit Jürgen Flimm in eine Krise (mehr dazu auch hier), in der sich Oberender behaupten konnte.

Kurz vor Weihnachten 2010 berief der Aufsichtsrat der Berliner Festspiele Oberender zum Nachfolger des Ende 2011 aus Altergründen ausscheidenden Intendanten Joachim Sartorius. Anfang Februar 2011 kündigte Oberender Strukturreformen bei den Festspielen an. In den ersten Jahren seiner Intendanz berief er neue Künstlerische Leiter*innen für die Festivals MaerzMusik, Jazzfest Berlin sowie für das Theatertreffen (hier löste Yvonne Büdenhölzer Iris Laufenberg ab). Im Januar 2016 wurde sein Intendanten-Vertrag durch Kulturstaatsministerin Monika Grütters um fünf Jahre, bis Ende 2021, verlängert.

Besprechungen von Büchern von Thomas Oberender:

Leben auf Probe. Wie die Bühne zur Welt wird (2009)

Das schöne Fräulein Unbekannt. Gespräche über Theater, Kunst und Lebenszeit (2011)

Nebeneingang oder Haupteingang? – Thomas Oberender spricht mit Peter Handke über 50 Jahre Schreiben fürs Theater (11/2014)

Beiträge von Thomas Oberender auf nachtkritik.de:

Narrative Spaces – Eine Archäologie der Zeit in den Arbeiten von Mona El Gammal und Thomas Bellinck (2/2015)

Zur Zukunft des Theaterstücks – Vortrag zur Eröffnung des Stückemarktes beim Theatertreffen 2015 (5/2015)

Kunst vergeht, Kunst besteht – Zehn Thesen zur Entwicklung von Kultur und Kulturförderung (12/2015)

Über Kultur im Ruhrgebiet unter den Vorzeichen von Diversität und digitaler Wende (10/2016)

Obexer, Maxi

Margareth "Maxi" Obexer – in Brixen/Südtirol, Italien geboren – ist Dramatikerin.

Obexer studierte Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Philosophie und Theaterwissenschaft in Wien und Berlin. Sie war Gastprofessorin unter anderem an der Georgetown University, Washington DC, am Dartmouth College NH und am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Obexer schreibt Essays, Theaterstücke und Hörspiele. 2011 erschien ihr Roman "Wenn gefährliche Hunde lachen". 2017 wurde sie zu den Tagen der Deutschsprachigen Literatur eingeladen.

Zusammen mit Marianna Salzmann gründete Obexer 2014 das Neue Institut für Dramatisches Schreiben mit dem Ziel "die gesellschaftliche Bedeutung der Dramatischen Künste wieder ins Öffentliche Bewusstsein zu rücken und eine Kunst zu stärken, deren ursprüngliche Funktion es ist, eine Kultur der Auseinandersetzung zu führen".

 

Nachtkritiken zu Stücken von Maxi Obexer:

Das Geisterschiff am Theaterhaus Jena (12/2007)

Illegale Helfer am Hans Otto Theater Potsdam (6/2016)

Das Schweigen der Schweiz – fünf Uraufführungen von Andreas Sauter, Sabine Harbeke, Daniela Janjic, Philippe Heule und Maxi Obexer
am Theater St. Gallen (12/2016)

Weitere Beiträge zu Maxi Obexer:

Meldung – AfD-Potsdam fordert Absetzung von Maxi Obexers Stück Illegale Helfer (5/2016) 

Presseschau vom 8. Juni 2016 – Die SZ interviewt Autorin Maxi Obexer zum Potsdamer AfD-Skandälchen um ihr Stück "Illegale Helfer"

Meldung – EURODRAM mit Dushe, Kettering und Obexer (3/2016)

Meldung – Robert Geisendörfer Preis für "Illegale Helfer" (9/2016)

Meldung – Auswahl für Schweizer Theatertreffen 2017 (2/2017)

Links:

www.m-obexer.de

www.nids.eu

Oder, Nicole

Nicole Oder, geboren 1978 in Nürnberg, ist Regisseurin und Mitglied der Künstlerischen Leitung des Heimathafen Neukölln, einer freien Bühne in Berlin.

Sie studierte in Erlangen und Paris Romanistik, Politik- und Theaterwissenschaften. Seit 2004 arbeitet sie als freie Regisseurin in Berlin, wo sie u. a. auch Projekte mit dem Obdachlosentheater Ratten 07 realisierte. Seit 2008 gehört sie zum künstlerischen Leitungsteam des Berliner Off-Theaters Heimathafen Neukölln, wo sie 2009 Güner Balcis Doku-Roman "Arabboy" als den ersten Teil einer Neukölln-Trilogie auf die Bühne brachte. Mit dem dritten Teil "ArabQueen" wurde sie 2011 zum Münchner Festival Radikal Jung eingeladen und dort mit dem Publikumspreis ausgezeichnet.

Nachtkritiken zu Inszenierungen von Nicole Oder:

ArabQueen im Heimathafen Neukölln (11/2010)

Im Sprung der toten Katze am Staatstheater Kassel (1/2012)

Ein Kind unserer Zeit an der Neuen Bühne Senftenberg (4/2012)

Der falsche Inder am Münchner Volkstheater (6/2012)

Kriegsbraut am Heimathafen Neukölln (10/2012)

Baba oder Mein geraubtes Leben am Heimathafen Neukölln (2/2014)

Glückskind am Volkstheater Rostock (11/2014)

Ultima Ratio im Heimathafen Neukölln (4/2015)

Peng! Peng! Boateng! im Heimathafen Neukölln (12/2016)


Links:

www.heimathafen-neukoelln.de

Okada, Toshiki

Toshiki Okada, geboren 1973 in Yokohama/Japan, ist Regisseur und Autor.

1997 gründete er die Theatergruppe Chelfitsch, die sich in streng reduzierter Formensprache mit kulturellen Umbrüchen im von Konsum und ökonomischen Zwängen geprägten Japan beschäftigt. Für seine Produktion "Five Days in March" (2005) erhielt er den 49en Kishida Drama Award. Von 2006 bis 2007 arbeitete Okada als Leiter für "Summit", ein jährliches Theaterfestival, das vom Komaba Agora Theater in Tokio ausgerichtet wird. Mit ihren Produktionen sind Okada und Chelfitsch regelmäßig auf europäischen Festivals zu Gast. Mit "Nō Theater" an den Münchner Kammerspielen (2017) entwickelte Okada erstmals eine Arbeit an einem deutschen Stadttheater.

Nachtkritiken zu Arbeiten von Toshiki Okada:

Freetime bei den Wiener Festwochen (6/2008)

Fünf Tage im März beim Young Directors Project der Salzburger Festspiele (8/2008)

The Sonic Life of a Giant Tortoise beim Münchner Festival Spielart (11/2011)

Unable to see im Rahmen des Großprojekts "The World is not Fair/Die große Weltausstellung" am Berliner HAU (6/2012)

Super Premium Soft Double Vanilla Rich bei "Theater der Welt" in Mannheim (5/2014)

God bless Baseball beim Festival "Theaterformen" in Braunschweig (6/2016)

Nō Theater an den Münchner Kammerspielen (2/2017)

Ostermaier, Albert

Albert Ostermaier, 1967 in München geboren, ist Dramatiker. Darüber hinaus leitet er immer wieder Literatur- und Theaterfestivals, von 2006 bis 2008 u. a. das Internationalen Brechtfestival in Augsburg. 2010 erhielt Ostermaier den Bertolt-Brecht-Preis der Stadt Augsburg. Im Januar 2015 übernahm Ostermaier die 4. Saarbrücker Poetikdozentur.

Nachtkritiken zu Stücken von Albert Ostermaier:

Schwarze Minuten bei den Mannheimer Schillertagen (6/2007)

Fratzen. Ein Requiem am Nationaltheater Mannheim (2/2009)

Blaue Spiegel am Berliner Ensemble (5/2009)

Leila und Madschnun bei der Ruhrtriennale (8/2010, Co-Autor)

Adams Apfel am Staatstheater Nürnberg (10/2010, im Rahmen des Wiedereröffnungsrundgangs)

Aufstand bei den Ruhrfestspiele Recklinghausen (5/2011)

Halali am Residenztheater München (10/2011)

Erreger am Theater Heidelberg (10/2011, im Rahmen des Spielzeiteröffnungmarathons)

Ein Pfund Fleisch am Deutschen Schauspielhaus Hamburg (9/2012)

Call me God am Münchner Residenztheater (11/2012, Co-Autor)

Gemetzel bei den Nibelungenfestspielen Worms (7/2015)

Linke Läufer (Erster sein) am Staatstheater Nürnberg (6/2016)

Gold bei den Nibelungenfestspielen Worms (7/2016)

Phädras Nacht am Residenztheater München (5/2017)

Link:

www.albert-ostermaier.com

Ostermeier, Thomas

Thomas Ostermeier, 1968 im niedersächsischen Soltau geboren und in Landshut/Niederbayern aufgewachsen, ist Theaterregisseur und seit Herbst 1999 der Künstlerische Leiter der Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin.

1992–1996 studierte er Regie an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch". Im letzten Studienjahr machte er nicht nur mit seiner Diplominszenierung "Recherche Faust/Artaud" auf sich aufmerksam, sondern auch als durchsetzungsfähiger Anführer der Proteste gegen die damals fast schon beschlossene Abwicklung der berühmten ehemaligen DDR-Theaterhochschule. Das bewog den damaligen Intendanten des Deutschen Theaters Thomas Langhoff 1996 dazu, Ostermeier die Leitung der DT-Nebenspielstätte "Baracke" zu übertragen. Gemeinsam mit dem Dramaturgen Jens Hillje machte er die kleine Bühne in kurzer Zeit zu einem Brennpunkt des Gegenwartstheaters und bewirkte entscheidend, junge britische Dramatiker wie Sarah Kane und Marc Ravenhill im deutschsprachigen Theater durchzusetzten. 1998 war Ostermeier mit gleich zwei Inszenierungen beim Theatertreffen vertreten: David Harrowers "Messer in Hennen" und "Shoppen und Ficken" von Marc Ravenhill, eine Inszenierung die zur Signatur der Barackenjahre wurde.

Im April 2010 wurde Thomas Ostermeier zum Officies des Artes et des Lettre ernannt. Im Juni 2011 erhielt er auf der Biennale Venedig einen Goldenen Löwen für sein Lebenswerk. Im Januar 2015 ernannte Frankreichs Kulturminister Ostermeier zum Commandeur de L'Ordre des Arts et des Lettres. Im November 2016 wurde ihm die Ehrendoktorwürde "Doctor of Arts" der University of Kent / Canterbury verliehen.

Nachtkritiken gibt es zu Inszenierungen von Thomas Ostermeier:

Die Ehe der Maria Braun an den Münchner Kammerspielen (6/2007)

Room Service an der Berliner Schaubühne (10/2007)

Die Stadt/Der Schnitt an der Berliner Schaubühne (3/2008)

Hamlet beim Athens Epidaurus Festival (7/2008, eine Arbeit, die 2009 als beste ausländische Arbeit in Barcelona einen Kritikerpreis erhielt)

John Gabriel Borkmann an der Berliner Schaubühne (1/2009)

Susn an den Münchner Kammerspielen (4/2009)

Dämonen an der Berliner Schaubühne (3/2010)

Othello in Epidaurus (8/2010)

Maß für Maß bei den Salzburger Festspielen (8/2011)

Fräulein Julie am Theater der Nationen, Moskau (12/2011)

Ein Volksfeind an der Berliner Schaubühne (9/2012)

Der Tod in Venedig / Kindertotenlieder an der Berliner Schaubühne (1/2013)

Die kleinen Füchse an der Berliner Schaubühne (1/2014)

Richard III. an der Berliner Schaubühne (2/2015)

Bella Figura an der Berliner Schaubühne (5/2015)

Professor Bernhardi an der Berliner Schaubühne (12/2016)

Returning to Reims beim Manchester International Festival (7/2017)

 

Texte von und zu Thomas Ostermeier auf nachtkritik.de:

Laudatio auf Katharina Schüttler zur Verleihung des Ulrich-Wildgruber-Preises (1/2010)

Die Zukunft des Theaters (7/2013)

Buchrezension: Ostermeier Backstage. Gerhard Jörders Gesprächsporträt von Thomas Ostermeier (10/2014)

Presseschau: Die Berliner Morgenpost spricht mit dem Schaubühnen-Chef Thomas Ostermeier (10/2014)

Meldung: Thomas Ostermeier droht mit Rückzug aus der Schaubühne (18.04.2015)

 

Otteni, Stefan

Stefan Otteni, 1966 bei Karlsruhe geboren, ist Regisseur.

Otteni studierte an der Essener Folkwangschule Schauspiel und Regie. Von 1991 bis 1995 gehörte er als Schauspieler zum Ensemble des Mülheimer Theaters an der Ruhr, wo er auch zu inszenieren begann. Seit 1996 lebt Otteni als freier Regisseur in Berlin. Von 1999 bis 2001 leitete er gemeinsam mit Martin Baucks (unter der Intendanz Thomas Langhoffs) die Kammerspiele des Deutschen Theaters. In den letzten Jahren hat Otteni sowohl im freien Bereich als auch in Stadt- und Staatstheatern gearbeitet, zuletzt u.a. in Hamburg, Hannover, Bern, Bonn und Nürnberg.

Nachtkritiken zu Inszenierungen von Stefan Otteni:

Das Decamerone am Deutschen Schauspielhaus Hamburg (12/2007)

Was ihr wollt am Staatstheater Nürnberg (5/2011)

Immer noch Sturm am Staatstheater Nürnberg (4/2012)

Waisen am Hans Otto Theater Potsdam (6/2012)

Der Eisvogel am Hans Otto Theater Potsdam (9/2012)

Müdigkeitsgesellschaft/Versuch über die Müdigkeit am Staatstheater Karlsruhe (3/2013)

Der Jude von Konstanz am Theater Konstanz (6/2013)

Maienschlager am Badischen Staatstheater Karlsruhe (4/2014)

Der extravagante Liebhaber am Theater Münster (2/2015)

Die Kinder des Musa Dagh am Badischen Staatstheater Karlsruhe (11/2015)

Töt' erst sein Weib am Staatstheater Nürnberg (6/2016)

King Charles III. an der Bremer Shakespeare Company (1/2017)

La Révolution #1 – Wir schaffen das schon am Theater Münster (4/2017)