Cry Baby - Sophie Rois, René Pollesch und der Chor ziehen sich jetzt erstmal ins Bett zurück
Lasst sie den Prinzen auch noch spielen!
von Gabi Hift
Berlin, 8. September 2018. Sophie Rois und René Pollesch debütieren am Deutschen Theater Berlin. Wie wird das werden? Wird es zusammenpassen? Schon erklingt der "Einmarsch der Torreros", bekannt aus "Carmen" und "Tom und Jerry", aber es dauert noch gute zehn Minuten bis Sophie Rois mit dem Aufschrei "Oh mein Gott! Ich bin so müde!" auftritt und sich aufs Bett wirft.
Der Kaufmann von Venedig - Anna Badora lässt im Wiener Volkstheater das Publikum die Interpretation wählen
Demokratie-Spiele
von Veronika Krenn
Wien, 8. September 2018. Opfer oder Täter, das ist hier die Frage. "Die Bosheit, die ihr mich lehrt, will ich ausüben", sagt Shylock. An andrer Stelle legt er nach: "Du nannt'st mich Hund, bevor du Grund dazu hattest, doch weil ich ein Hund bin, hüte dich vor meinen Fängen." Der Jude in William Shakespeares "Kaufmann von Venedig" ist eine Figur, die sich seit dem Jahr 1604 im Laufe der Interpretationsgeschichte radikal gewandelt hat: Vom grell maskierten Scheusal, das von seinem Schuldner ein Pfund Fleisch aus seinem Körper einfordert, bis zur NS-Zeit, wo die Figur einschlägig antisemitisch interpretiert wurde. Nach 1945 setzte langsam ein Umdenken ein und Shylock wurde als Opfer des an ihm verübten Unrechts gezeigt. Anna Badora setzt bei ihrer Interpretation des umstrittenen Klassikers auf eine demokratische Entscheidung.
Orpheus - Auf körperliche Ausdruckskraft statt trügerische Worte vertraut Antú Romero Nunes in seiner Fassung des antiken Totenreich-Mythos am Hamburger Thalia Theater
Gegen das Geschwafel der Gegenwart
von Stefan Schmidt
Hamburg, 7. September 2018. Es wird dieser Tage ja wieder besonders viel und besonders aufgeregt geredet in Deutschland. Über angebliche Mütter von Problemen etwa, über Problemmütter, Probleme von Politikern und Politikerprobleme. Und natürlich kamen auch die Reden zur Spielzeiteröffnung am Hamburger Thalia Theater nicht ganz ohne Exkurs zur allgemeinen Problemlage aus. Gegen diese Dauerdiskursschleife setzte Hausregisseur Antú Romero Nunes anschließend: ausgedehntes Schweigen.
Yes but No - Am Maxim Gorki Theater versuchen Yael Ronen & Ensemble den Geschlechtsverkehr zu regeln
Methode: Arschloch
von Janis El-Bira
Berlin, 7. September 2018. Und dann wird doch noch ein Name genannt in "Yes But No", dem neuen Stück von Regisseurin Yael Ronen und ihrem Ensemble, mit dem das Gorki-Theater seine neue Spielzeit eröffnet. Lange hatte Taner (Taner Şahintürk) uns und seine Mitspielerinnen hingehalten, wer der "berühmte Volksbühnen-Regisseur" war, der ihm zu Schauspielstudienzeiten an einer Mitstudierenden vorgeführt haben soll, "wie ein richtiges Arschloch fickt" – der berühmte Regisseur 67, die Studentin 21 Jahre alt.
Regie: Michiel Vandervelde / fabuleus
Regie: Suse Wächter
Regie: Annie-B Parson / Big Dance Theatre
Regie: Nikola Duric
Regie: William Kentridge
Regie: Anna Maria Krassnigg
Seite 94 von 248
meldungen >
- 20. April 2026 Kleist-Preis an Thomas Melle
- 17. April 2026 Kunststiftung Sachsen-Anhalt warnt vor nationalistischer Kulturpolitik
- 16. April 2026 Göttingen: Schauspielerin Thyra Uhde gestorben
- 16. April 2026 Salzburg: Ex-Festspielpräsident Heinrich Wiesmüller gestorben
- 16. April 2026 Konstanz: Intendantin Karin Becker verlängert
- 15. April 2026 Preisjurys der Mülheimer Theatertage 2026
neueste kommentare >
-
Burn, Baby, Burn!, Hannover Hingehen
-
Moskitos, Karlsruhe Kritiker gesucht
-
Süßer Vogel Jugend, Frankfurt Schauspielarrangement
-
Nach dem Leben, Nürnberg Ein Highlight
-
Deutsche Märchen, Leipzig Erfolgssträhne
-
Hermann Nitsch Danke
-
Deutsche Märchen, Leipzig Doppelerfolg
-
Thyra Uhde Tiefstes Mitgefühl
-
Wokey Wokey, München Virtiosität schlägt Inhalt
-
Frauenliebe und - sterben, Hamburg Leichte Irritation




