Die teuflische Lust am Mittelmäßigen

5. Mai 2021. "Schreiben ist wie Kryptowährung, wenn man früh genug eingestiegen ist, geht's einem gut damit. Aber die Zeit des großen Schreibens liegt einfach zurück", sagt Bonn Park. Und doch ist er Theaterautor geworden, der für seine eigenen Regien und Stückentwicklungen zur Feder greift. Und dafür lustvoll populäre Filmgenres ausschlachtet: Krimi, apokalyptische Action, Horror. Über das Schreiben im Horizont von Hollywood, über die Diskriminierung der jüngeren Generationen und über Deutschlands teuflische Lust an der Mittelmäßigkeit spricht Bonn Park mit nachtkritik.de-Redakteur Christian Rakow.

Es geht unter anderem um seine Erfolgsstücke Drei Milliarden Schwestern (Volksbühne Berlin) und Das Deutschland (E.T.A. Hoffmann Theater Bamberg) und um die neue Produktion "Räuber der Herzen" fürs Deutsche Schauspielhaus Hamburg, die im Herbst Premiere feiert.

 


Zur Person Bonn Park:

Bonn Park wurde 1987 in Berlin als Sohn koreanischer Einwanderer geboren. Er ist Dramatiker und Regisseur. Erste Theatererfahrungen sammelte er im Jugendclub der Berliner Volksbühne P14. Er studierte slawische Sprachen und Literatur an der Humboldt-Universität zu Berlin sowie Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin. 2011 erhielt er den Innnovationspreis des Heidelberger Stückemarktes, 2014 den Nachwuchspreis des Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreises. Sein Text "Das Knurren der Milchstraße" gewannt 2017 den Stückemarkt beim Berliner Theatertreffen. Für seine Oper "Drei Milliarden Schwestern", entstanden 2018 an der Berliner Volksbühne, wurde er mit dem Friedrich-Luft-Preis ausgezeichnet und vom Fachblatt "Theater heute" zum Nachwuchsregisseur des Jahres gekürt. Seine Bamberger Stückentwicklung "Das Deutschland" erhielt 2020 eine Einladung zum Mülheimer Dramatikerpreis.

 

Zur Serie Neue Dramatik in zwölf Positionen:

Die Video-Gesprächsreihe widmet sich Autor*innen, die mit prägenden Arbeiten in der Gegenwartsdramatik in Erscheinung getreten sind. Jenseits ihrer szenischen Realisierungen stehen hier die Theatertexte selbst im Fokus. Exemplarische Schreibweisen werden diskursiv vorgestellt und im literarischen Feld wie auch in der gesellschaftlichen und politischen Diskussion verortet. Die Serie stellt das aktuelle Schaffen in seiner formalen wie inhaltlichen Bandbreite vor: von Ansätzen des Dokumentarischen über biografisch-realistische Dramatik bis hin zu Strategien der Aneignung von Wissens- und Populärkulturen. Jeden Monat erscheint eine neue Folge.

Hier geht's zu Folge 1 mit Rebekka Kricheldorf

Hier geht's zu Folge 2 mit Wolfram Lotz

Hier geht's zu Folge 3 mit Sasha Marianna Salzmann 

Hier geht's zu Folge 5 mit Esther Becker

Hier geht's zu Folge 6 mit Sarah Nemitz und Lutz Hübner

Hier geht's zu Folge 7 mit Felicia Zeller

 

 Hier gibt es das Gespräch mit Bonn Park als Podcast:

 

Eine Kooperation mit dem Literaturforum im Brecht-Haus, gefördert vom Deutschen Literaturfonds.

 
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