Aufhören! Schluss jetzt! Lauter! 12 letzte Lieder - Nicolas Stemann und Team singen gegen die Sinn-Produktion
"Ich will mein 'Nüscht' wiederhaben!"
von Georg Kasch
Berlin, 19. Februar 2011. Aufhören kann ganz schön schwer sein. Manch einer schafft's nie. Nicolas Stemann und sein Team brauchen dafür gute zwei Stunden. "Aufhören! Schluss jetzt! Lauter! 12 letzte Lieder" heißt ihre Show. Worum es geht? Um nichts und alles: die Produktion und Abwesenheit von Sinn, außerdem um die Plagen unserer Zeit. Das Aussteigen wollen und doch durchhalten müssen, um Burn-Out und Rücktritt, um Tod und Verklärung, kurz: um die Freiheit des titelgebenden Aufhörens.
Der Mann ohne Vergangenheit - Dimiter Gotscheff zieht Aki Kaurismäkis Film komödiantisch die Mundwinkel herunter
Der Leib eine Schwiele, das Leben ein Kreuz
von Anne Peter
Berlin, 17. Dezember 2010. Es ist nun einmal die Zeit der frommen Sprüche. Doch jenes "Geben ist seliger als nehmen" passt nicht nur wunderbar in die Vorweihnachtszeit, sondern markiert auch treffend die moralische Deutlichkeit, die Dimiter Gotscheff mit seiner Adaption von Aki Kaurismäkis filmischem Kleinod "Der Mann ohne Vergangenheit" von 2002 verfolgt. Bei Almut Zilcher, die die Heilsarmistin Irma spielt, reiht sich der Satz in eine Reihe ähnlich gearteter Bibel-Sprüchlein ein, die Gotscheff seiner Version hinzufügt hat und in der natürlich auch das Kamel, der Reiche und das Nadelöhr nicht fehlen dürfen. Denkbar holzhammermäßig bringt er also die mit diesen frohen Botschaften beabsichtigte Anklage der bösen Ausbeuter unters Publikumsvolk.
Alle meine Söhne - Roger Vontobel leuchtet mit Arthur Miller hinter eine Familienfassade
Unter dem Firnis das Tier
von Elena Philipp
Berlin, 16. Dezember 2010. Eine Fünferbande Kinder tobt auf dem Rasenrechteck mit Joe Keller (Jörg Pose), während rundherum das Publikum seine Plätze einnimmt. Das Licht ist golden wie an einem Spätsommertag. Federball, Football, Hula Hoop – heil ist das amerikanische Vorstadtleben, das Roger Vontobel zu Beginn seiner Inszenierung von Arthur Millers "Alle meine Söhne" vorführt. Es sind die paradiesischen Zeiten der Unschuld, in denen die Familie Keller in Eintracht mit ihren Nachbarn lebt. – Rummms, kracht eine Ladung Äpfel aus dem Schnürboden. Der Sündenfall.
Regie: Christina Paulhofer
Regie: Wilfried Minks
Regie: Janusz Kica
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