Nathan - Volker Lösch benutzt Lessing für eine Inszenierung mit Bonner Muslimen
Wer sind denn wir?
Ein Käfig ging einen Vogel suchen - Andreas Kriegenburg endeckt am Deutschen Theater Franz Kafka als Schriftsteller der German Angst
Wie peinlich!
von Michael Wolf
Berlin, 13. Februar 2016. Kafkas Figuren merken es sofort: Irgendetwas stimmt nicht in ihrem Zuhause. Andreas Kriegenburg hat vier Kästen übereinander stapeln lassen: darin biedere Interieurs, lindgründe Sofas, Bücher-Attrappen. Eigentlich alles so wie es sein soll. Nur: Die Zimmer haben Schlagseite. Es gibt hier nicht einen rechten Winkel. Komisch, aber so ist das bei Kafka nun mal – und zwar im zweifachen Sinne. Zunächst sind Kafkas Welten meist undurchsichtig, unheimlich, ver-rückt. Selbst ein B-Movie-Science-Fiction-Porno von Helge Schneider böte weniger Überraschungen, als die verborgene Mechanik der Texte dieses Versicherungsangestellten. Zudem sind nicht wenige von ihnen Fragment geblieben. Sie hören einfach auf, sind irrational im mathematischen Sinne – nicht ohne einen beunruhigenden Rest teilbar. Sie bewahren das Geheimnis einer Fremdheit, deren Ursprung nicht zu verorten ist.
Viel Lärm um nichts - In Neustrelitz mixt All-Time-Intendant Wolfgang Bordel William Shakespeare mit den Beatles
Dritte Ausfahrt Kalau light
von Christian Rakow
Neustrelitz, 13. Februar 2016. Manchem erscheint ja schon Frank Castorf nach 23 Jahren Amtszeit an der Berliner Volksbühne als Fidel Castro des Theaters. Wer wäre dann Wolfgang Bordel? Der Kaiser Wilhelm (wie es das gemein&nutzlos-Diagramm XXVI nahelegt)? Könnte passen. Schon weil Bordels Reich seit nunmehr 32 Jahren das Theater Anklam bei der wilhelminischen Bäderinsel Usedom ist. In Anklam kreuzten sich Castorfs und Bordels Wege. Der unliebsame Theater-Neuerfinder musste gehen und verabschiedete sich in Richtung Berlin; der Unterhalter mit Komödienfaible machte sich breit und blieb.
Wintermärchen - Marco Štorman inszeniert in Trier Shakespeare
Ein (Alb-)Traumspiel
von Rainer Nolden
Trier, 12. Februar 2016. Wer Shakespeare allzu wörtlich nimmt, kann leicht auf die Nase fallen. Wer nicht auf die Nase fallen will, darf Shakespeare nicht allzu wörtlich nehmen. Man nehme zum Beispiel sein "Wintermärchen". Wie man es dreht und wendet: den psychologischen und charakterlichen Schleifen etwa der Hauptfigur zu folgen, Leontes, diesem vermeintlich Gehörnten, der seiner Frau Hermione unterstellt, ihn mit seinem besten Freund Polixenes betrogen zu haben und sie deshalb vor Gericht stellt, ins Gefängnis kommt, wo sie ein Mädchen zur Welt bringt und wenig später stirbt, als sie erfährt, dass ihr Sohn Mamillius ums Leben gekommen ist ...aber halt. Selbst das Bisschen ist schon viel zu viel Handlung. Zu viel jedenfalls für die Version, die der Regisseur Marco Štorman für Trier entworfen hat.
Regie: Roberto Ciulli
Regie: Nicolas Charaux
Regie: Robert Lehniger
Regie: Armin Petras
Regie: Calixto Bieito
Regie: Benjamin Lazar
Regie: Thorleifur Örn Arnarsson
Seite 128 von 248
meldungen >
- 20. April 2026 Kleist-Preis an Thomas Melle
- 17. April 2026 Kunststiftung Sachsen-Anhalt warnt vor nationalistischer Kulturpolitik
- 16. April 2026 Göttingen: Schauspielerin Thyra Uhde gestorben
- 16. April 2026 Salzburg: Ex-Festspielpräsident Heinrich Wiesmüller gestorben
- 16. April 2026 Konstanz: Intendantin Karin Becker verlängert
- 15. April 2026 Preisjurys der Mülheimer Theatertage 2026
neueste kommentare >
-
Burn, Baby, Burn!, Hannover Hingehen
-
Moskitos, Karlsruhe Kritiker gesucht
-
Süßer Vogel Jugend, Frankfurt Schauspielarrangement
-
Nach dem Leben, Nürnberg Ein Highlight
-
Deutsche Märchen, Leipzig Erfolgssträhne
-
Hermann Nitsch Danke
-
Deutsche Märchen, Leipzig Doppelerfolg
-
Thyra Uhde Tiefstes Mitgefühl
-
Wokey Wokey, München Virtiosität schlägt Inhalt
-
Frauenliebe und - sterben, Hamburg Leichte Irritation




