Hedda Gabler - Intendant Uwe Eric Laufenberg greift Ibsens Drama in Wiesbaden beherzt in die Hose

Sex and Crime, frei ab 14

von Shirin Sojitrawalla

Wiesbaden, 31. März 2016. Der dämlichste Moment ereignet sich gleich zu Beginn. Da krächzt Karlheinz Stockhausens berühmt berüchtigtes Verdikt über die Anschläge des 11. September 2001 aus den Lautsprechern. Von Geistern sprach er da, die in einem Akt etwas vollbrächten, was man in der Musik nie träumen könnte. Im Fanatismus der Täter und in ihrem Sterben nach der Tat, sah er dann das größte Kunstwerk überhaupt am Werk oder so. Das Zitat dient dem Abend als merkwürdiger Prolog. Gewiss, auch Hedda wird am Ende des Stücks die Schönheit des Selbstmordes Eilert Løvborgs preisen, doch stellt sie das in eine Reihe mit Stockhausens Verherrlichung der Terroranschläge? Scheint mir zu weit hergeholt. Was Stockhausen bewogen hat, sich derart zu äußern, ist unsicher. Bei Hedda Gabler indes, der stolzen Tochter eines Generals, ist von Beginn an klar, dass nur ihre abgöttisch geliebten Pistolen ein bisschen Schönheit in ihr vermaledeites Leben bringen.

Exodus - In der Volksbühne Berlin verheizt Sebastian Klink den postmodernen Frontbericht von DJ Stalingrad

Zum Wohle des Sowjetmenschen

von Sophie Diesselhorst

Berlin, 25. März 2016. Es wird auch gekreuzigt an diesem Karfreitagabend im Einheits-Bühnenraum der Volksbühne. Ein paar lange Minuten hängen Patrick Güldenberg, Rouven Stöhr und Alexander Scheer (selbstverständlich in der Mitte) an großen, mitten auf der Rampe (auf der das Publikum sich seine Hinterteile auf dem Asphalt wund sitzt) aufgestellten Kreuzen und warten auf Margarita Breitkreiz, die sie mit kaltem Wasser besprengt, auf dass sie vom Mythos-Status abfallen.

Drei Schwestern – Bei David Bösch darf am Wiener Burgtheater der Staub an Anton Tschechows berühmtem Stück einfach dranbleiben

"Blablabla" trällern sie ...

von Leopold Lippert

Wien, 24. März 2016. Dies gleich vorneweg: David Böschs Inszenierung von "Drei Schwestern" am Wiener Burgtheater ist so brav, dass jeder auch nur ansatzweise bedeutungsschwangere Satz sofort frontal in Richtung Publikum deklamiert wird. Dieser Tschechow ist so brav, dass Bühnenbildner Harald B. Thor in den schwarzen Burgguckkasten gleich noch einen Guckkasten gebaut hat, einen sich nach hinten verjüngenden Landhausgerüstguckkasten nämlich, unbeweglich, mit Wänden aus Plastikplane und altem Laub auf dem Dach. Dieser Tschechow ist so brav, dass nach jedem der vier Akte tatsächlich der Vorhang fällt (nur nach dem zweiten, da fällt er nicht so ganz, aber das liegt an der Technik, die sich sträubt). Dieser Tschechow ist so brav, dass er weder ästhetisch etwas riskieren will, noch in irgendeiner Form gesellschaftspolitische Relevanz artikuliert. Dieser Tschechow ist ein hundertjähriger Klassiker, an dem der Staub einfach dranbleiben darf.

Gob Squad nach Leo Tolstoi
Regie: Gob Squad
München - 23. März 2016
Simon Stone nach Henrik Ibsen
Regie: Simon Stone
Hamburg - 24. März 2016
nach dem Film von Federico Fellini
Regie: Jan Gehler
Dresden - 19. März 2016
nach George Bernard Shaw
Regie: Tiit Ojasoo & Ene-Liis Semper
Hamburg - 19. März 2016
Friedrich Schiller
Regie: Ulrike Müller
Rudolstadt - 19. März 2016
nach Siegfried Lenz
Regie: Bernadette Sonnenbichler
Aachen - 19. März 2016
Anton Tschechow
Regie: Viktor Bodó
Wien - 18. März 2016
Zentrum für politische Schönheit
Regie: Zentrum für politische Schönheit
Zürich - 18. März 2016
Heinrich von Kleist
Regie: Robert Gerloff
Bamberg - 18. März 2016
Bülent Kullukcu (Rohtheater)
Regie: Bülent Kullukcu, Dominik Obalski, Anton Kaun (Rohtheater)
Darmstadt - 18. März 2016
Slavomir Mrozek
Regie: Ralph Reichel
Schwerin - 18. März 2016
Christian Friedrich Hebbel
Regie: Andreas von Studnitz
Ulm - 18. März 2016
Wajdi Mouawad / Sarah Kane / J. M. Coetzee
Regie: Krzysztof Warlikowski
Paris - 17. März 2016
David Gieselmann
Regie: Henner Kallmeyer
Bielefeld - 17. März 2016
Gotthold Ephraim Lessing
Regie: Armin Petras
Stuttgart - 17. März 2016
Rafael Spregelburd
Regie: Marie Bues
Stuttgart - 13. März 2016
nach Clemens J. Setz
Regie: Alexander Eisenach
Graz - 12. März 2016
Euripides‍ /‍ Sophokles‍ / Aischylos, John von Düffel
Regie: Markus Dietze
Koblenz - 12. März 2016
von Florian Illies, in einer Fassung von Christoph Werner
Regie: Christoph Werner
Halle - 12. März 2016
Thomas Köck
Regie: Felix Hafner
Wien - 12. März 2016
Fritz Kater
Regie: Jossi Wieler
Stuttgart - 11. März 2016
von Isaac Bashevis Singer
Regie: Yael Ronen
Berlin - 11. März 2016
Euripides, bearbeitet von Roland Schimmelpfennig
Regie: Robert Borgmann
Basel - 11. März 2016
Anders Lustgarten
Regie: Olaf Kröck
Bochum - 11. März 2016
Ragnar Kjartansson und Kjartan Sveinsson
Regie: Ragnar Kjartansson und Kjartan Sveinsson
Berlin - 11. März 2016
nach Georges Perec
Regie: Antje Thoms
Saarbrücken - 11. März 2016
Neco Çelik und Renegade/ Pottporus e.V.
Regie: Neco Çelik
Bochum - 10. März 2016
Thom Luz nach William R. Corliss
Regie: Thom Luz
Zürich - 10. März 2016
nach Arthur Schnitzler
Regie: Y. Wanunu, H. Pfost, S. Marte, O. Stotz, B. Eischeid, J. Weckl, A. Hausmann, F.
Wien - 10. März 2016
William Shakespeare
Regie: Elias Perrig
Heidelberg - 09. März 2016
Michel Houellebecq
Regie: Malte C. Lachmann
Dresden - 05. März 2016
nach Siegfried Lenz
Regie: Josua Rösing
Berlin - 05. März 2016
Gotthold Ephraim Lessing
Regie: Daniela Löffner
Zürich - 05. März 2016

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