Antigone - Feridun Zaimoglus und Günter Senkels Sophokles-Version bearbeitet Stefan Pucher im Zürcher Schauspielhaus mit dem Aktualitäts-Zaunpfahl
Antigone unter der Leichenpresse
Das Narrenschiff – Dušan David Pařízek verarbeitet Katherine Anne Porters berühmten Roman fürs Wiener Volkstheater
Porträt einer zerfallenden Gesellschaft
von Martin Pesl
Wien, 9. September 2016. Als sich die Pausengespräche vor allem ums Thema Schweiß drehen, wird man stutzig: Er wird doch nicht ...? Ist es im Volkstheater immer so unerträglich heiß? Oder hat Dušan David Pařízek wirklich die Klimaanlage ausgeschaltet? Vorm Haus empfing den Besucher ein unterschwelliger Soundteppich aus Möwen- und Hafengeräuschen. Auf den Brettern, die das Deck bedeuten, fächeln sich die Spieler Luft zu, seit es losgeht, beginnt doch ihre Reise im anstrengend hitzigen Mexiko. Ja, es muss so sein: Pařízek verpasst uns das sinnliche Gesamterlebnis – Mitschwitzen inklusive! Schließlich sitzen wir alle im selben Boot: 1931, auf der Fahrt nach Europa.
Iphigenie - Ersan Mondtag bringt den antiken Stoff am Schauspiel Frankfurt in einer eigenen Fassung fast ohne Text auf die Bühne
Vernichtungsfantasien im Wellnesstempel
von Alexander Jürgs
Frankfurt am Main, 9. September 2016. Im Marketing- und Reiseführersprech ist er "der berühmteste Sohn der Stadt". Im Zwei-Jahres-Rhythmus ist sein Geburtstag – am 28. August 1749 kam Johann Wolfgang von Goethe im Frankfurter Großen Hirschgraben zur Welt – Anlass für ein Literatur- und Bühnenfestival, das sich mit seinem Werk beschäftigt. Am Auftakt der "Goethe Festwoche" stand nun eine "Iphigenie" – doch von Goethes Bearbeitung des antiken Tragödienstoffes findet sich in der Fassung, die Ersan Mondtag für das Schauspiel Frankfurt geschaffen hat, im Grunde nichts. Überhaupt ist es eine Inszenierung, in der auf das gesprochene Wort fast gänzlich wie verzichtet wird.
Geld - Luk Perceval inszeniert den zweiten Teil seiner Emile-Zola-Trilogie bei der Ruhrtriennale
Cash kommt vor dem Crash
von Stefan Keim
Duisburg, 7. September 2016. Die Bühne ist vollgestellt mit Hightech-Geräten aus dem 19. Jahrhundert. Schreibmaschinen stehen für den technischen Aufbruch. Plötzlich erschlossen sich neue Märkte, Syrien, Nordafrika, die Eisenbahnen machten es möglich, Kanäle wurden gebaut. Nach Liebe erzählt Luk Perceval im zweiten Teil der "Trilogie meiner Familie" bei der Ruhrtriennale vom "Geld". Er kombiniert drei Romane aus Emile Zolas 20teiliger Serie über die Rougon-Macquarts, eine Großfamilie, die während des Zweiten Kaiserreichs die Entstehung der kapitalistischen Industriegesellschaft erlebt.
Regie: Luise Voigt
Regie: Philipp Becker
Regie: Michael McCrae, Romy Weyrauch
Regie: Malte C. Lachmann
Regie: Judith Kuckart
Regie: Philippe Quesne / Meg Stuart / Antonia Baehr & Valérie Castan / Eisa Jocson / Vi
Regie: Florentina Holzinger, Vincent Riebeek et. al.
Regie: Rico Dietzmeyer
Regie: Alice Ferl, Mirco Monshausen, Anna-Maja Terävä und Philine Velhagen
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