Das Blau in der Wand - Ist es die Möglichkeit? Tankred Dorsts neues Stück wird bei den Ruhrfestspielen uraufgeführt
Die Schmerzen der Fantasie vom eigenen Leben
Festivalübersicht Impulse 2016 in Nordrhein-Westfalen
Theater Festival Impulse
15. Juni 2016. Vom 15. bis 25. Juni findet in Mülheim an der Ruhr, Düsseldorf und Köln das Freie-Szene-Festival Impulse statt, das laut Selbstbeschreibung "die wichtigsten freien Theaterproduktionen aus dem deutschsprachigen Raum" zeigt. Das Programm umfasst eine Auswahl von zehn Arbeiten aus dem deutschsprachigen Raum und initiiert außerdem drei Projekte internationaler Künstler in Köln, Düsseldorf und Mülheim.
Die Simulanten - Claudia Bauers einfallsfreudige Uraufführung von Philippe Heules Distanzliebe-Stück bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen
Offline sterben wir
von Gerhard Preußer
Recklinghausen, 7. Juni 2016. Simulanten täuschen eine Krankheit vor, die sie nicht haben. Simulanten sind gesund. "Die Simulanten" heißt Philippe Heules Stück – doch die Jammerlappen, von denen es handelt, sind wirklich krank. Diagnose: Fernbeziehungsweh. Liebe in den Zeiten der globalisierten Marktwirtschaft, das Thema kennt man gut von René Pollesch. Doch ein Thema allein reicht nicht für den gewieften gegenwartsanalytischen Jungdramatiker. Privates und Politisches muss man doch zusammendenken. Die Klimakatastrophe und das Elend der Distanzliebe haben schließlich eine gemeinsame Ursache. Und im komplexen kreiskausalen Gefüge unseres Planeten heizen die hin-und-herjettenden Beziehungskörper auch noch die Atmosphäre zusätzlich auf.
Töt' erst sein Weib - Im Nürnberger Dokuzentrum Reichsparteitagsgelände macht Stefan Otteni aus drei "Leonore"-Fassungen Beethovens ein neues Stück über politische Gefangenschaft
Zwei Frauen gegen den Rest der Welt
von Dieter Stoll
Nürnberg, 6. Juni 2016. Nebenan in den weiten Hohlräumen des Nazi-Colosseums hatten 2009 die aussterbenden Zeitzeugen mit dem Text von Peter Weiss' verdichteten Auschwitzprozess-Protokollen zum Ortstermin Nürnberg gebeten. Es war eine lange nachwirkende Gedenkmarsch-Inszenierung von Die Ermittlung durch Kathrin Mädler, die jetzt grade als Intendantin in Memmingen antritt. Stefan Otteni rückt mit seiner bis nach Guantánamo reichenden Verlängerung eines hausgemachten Extrakts von Beethovens "Leonore"-Experimenten (vor dem Einrasten ins heute gängige "Fidelio"-Opernformat) in der backsteinrohen Ausstellungshalle des Dokuzentrums nicht bloß räumlich nah an dieser Erinnerung – er bleibt auch nahe bei sich. Der Regisseur suchte in den letzten Jahren immer wieder mit der Aufhebung der Sparten den neuen Blick. In Nürnberg zuletzt mit einer Schauspieler-"Bohème", einem von Gegenwart bedrängten Händel-"Judas Maccabäus", kürzlich in Bamberg in der Verbindung von Theater und Symphonikern für einen Befund "Von deutscher Seele". Otteni setzt auf offene Grenzen.
Small Town Boy - Atif Hussein lässt mit dem aktualisierten Stück von Falk Richter in Karlsruhe gegen Homophobe agitieren
It's the identity, stupid!
von Steffen Becker
Karlsruhe, 5. Juni 2016. In diesem Leben werden Beatrix von Storch, Birgit Kelle, Hedwig von Beverfoerde und Falk Richter keine Freunde mehr. Nachdem Gerichte eine Klage gegen den Autor wegen der Darstellung seiner homophoben Gegnerinnen im Stück "Fear" abgeschmettert hatten, legt er mit einem Update seines vorangegangen Werks "Small Town Boy" nach. Am Staatstheater Karlsruhe erhalten (wenig vorteilhafte) Bilder der Pin-Up-Girls ultrakonservativer Gruppierungen nun ebenfalls einen Platz – in einem Gruseldiorama mit Wladimir Putin. Regisseur Atif Hussein projiziert sie groß auf die Leinwand. Ätsch Mädels, die Runde geht an die Homolobby.
Regie: Lars-Ole Walburg
Regie: Clemens Bechtel
Regie: Sara Ostertag
Regie: Marcelo Evelin
Regie: Oliver Frljić
Regie: Matthias Gehrt
Regie: Gernot Grünewald, Sandy Rudd
Regie: Árpád Schilling
Regie: Christian Schäfer
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